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© Basler Zeitung; 30.10.2009; Seite bazab25
stadt
Politiker reden über IWB-Chefetage
Basel. Geschäftsprüfungskommission leitet keine spezielle Untersuchung ein
valentin kressler, MICHAEL HEIM
Regierungsrat Christoph Brutschin orientierte die Geschäftsprüfungskommission gestern über die Geschehnisse bei den IWB – und machte dies offenbar zur Zufriedenheit der Grossräte.
Hinter vorgehaltener Hand wurde in der Basler Politszene schon seit geraumer Zeit über den Führungsstil von David Thiel, Chef der Industriellen Werke Basel ( IWB), geredet. Vergangene Woche hatte die BaZ, aber auch andere Medien, öffentlich gemacht, dass Thiel bei einem Teil des Kaders auf heftigen Widerstand stösst. Bei seinem Amtsantritt galt Thiel – er folgte im März 2008 auf Eduard Schumacher – noch als Hoffnungsträger.
Der Konflikt in der IWB-Chefetage beschäftigt nun auch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats (GPK). Präsidentin Dominique König (SP) bestätigt Informationen der BaZ, wonach die Kommission gestern den verantwortlichen Regierungsrat Christoph Brutschin (SP) dazu angehört hat. Brutschin habe über die laufende Umstrukturierung der IWB, aber auch über die Anschuldigungen gegenüber Thiel orientiert.
Der Wirtschaftsdirektor tat dies offenbar zur Zufriedenheit der Grossräte, denn die GPK wird gemäss König keine spezielle Untersuchung zu den Konflikten in der IWB-Chefetage einleiten. «Wir sehen keinen Handlungsbedarf, um aktiv zu werden», sagt sie. «Regierungsrat Brutschin ist vollumfänglich informiert. Das ist uns wichtig.» Die GPK wird die IWB gemäss König dennoch weiter im Auge behalten, wenn der neue, von Ex-Swisscom-Chef Jens Alder präsidierte Verwaltungsrat seine Arbeit aufgenommen hat. Auch Regierungsrat Brutschin machte gegenüber der BaZ klar, dass er hinter IWB-Chef Thiel stehe. Der Konflikt sei Ausdruck des Kulturwandels, der bei den IWB zurzeit stattfinde, sagt er. Per Anfang 2010 löst sich die IWB mit dem neuen IWB-Gesetz teilweise vom Staat in die Selbstständigkeit.
«Ein problem». Die erste Runde in der politischen Aufarbeitung geht damit also klar an Thiel. Ganz abgeschlossen ist die Sache aber noch nicht: David Wüest (Grünliberale), in der GPK zuständig für das Wirtschaftsdepartement, will sich zwar nicht zur Arbeit der GPK äussern. Er sagt aber: «Es scheint offenbar ein Problem in der Führungsetage der IWB zu geben.»
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