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© Basler Zeitung; 20.11.2009; Seite bazab1
front
Ein Kampf an zwei Fronten
IWB-Chef Thiel über seinen Führungsstil und den Swisscom-Deal
Michael Heim , Valentin Kressler
Erstmals nimmt IWB-Chef David Thiel Stellung zu den Vorwürfen gegen seine Person – und gibt im Umgang mit seinen Kollegen in der Geschäftsleitung Fehler zu.
Es ist ein Eingeständnis: «Das war ein Fehler», sagt David Thiel (43), Chef der Industriellen Werke Basel ( IWB). Im Rahmen der Reorganisation der Geschäftsleitung wurde die Unterschrift seines Stellvertreters Beat Huber auf eine Personalinformation kopiert, obwohl dieser damals in den Ferien war und nichts davon wusste. Im BaZ-Interview mit Thiel und Regierungsrat Christoph Brutschin (SP) wird auch klar, dass Huber mit dem Inhalt des Schreibens wohl nicht einverstanden war. Thiel und Brutschin betonen, die IWB stünden im Zusammenhang mit der Ausgliederung aus der Kantonsverwaltung unter grossem Leistungsdruck. Womöglich sei daher die eine oder andere Entscheidung etwas zu schnell gefasst worden. «Wir müssen das Tempo wieder etwas zurücknehmen», hält Thiel fest.
Funkstille. Bereits geschehen ist dies im Rahmen der Verhandlungen mit der Swisscom über das Basler Glasfasernetz. Seit Spätsommer herrscht Funkstille, wie Brutschin am Rande des Interviews erklärt. Zwar habe im Sommer eine Absichtserklärung (Letter of Intent) vorgelegen, der die Swisscom zugestimmt hätte. Die IWB hätten jedoch beschlossen, eine «Verschnaufpause» einzulegen. Zusammen mit externen Beratern, welche die IWB für die Verhandlungen hinzugezogen hatten, habe man das Papier noch einmal überprüft, so Brutschin. «Wir kamen zum Schluss, dass man das so nicht unterschreiben konnte.»
Nun sollen die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Im Grundsatz, dass sich die Swisscom mit einer Mietvorauszahlung an den Investitionen in das Glasfasernetz beteiligen werde, sei man sich einig, betont Thiel. Offenbar strittig ist aber, wie Swisscom und IWB für ihre jeweiligen Investitionsrisiken abgegolten werden sollen und ob der Swisscom die gleichen Nutzungsentgelte verrechnet werden wie anderen Service-Anbietern, die sich nicht an den Investitionen beteiligen. Das Ziel sei, bis Ende Jahr eine Einigung zu erreichen. > Seite 29
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