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© Basler Zeitung; 27.09.2008; Seite bazab18
wirtschaft
IWB setzen voll auf das Glasfasernetz
Die Basler Stadtnetze können sich gut vorstellen, mit der Swisscom zu kooperieren
Michael Heim, Andreas Möckli
IWB-Direktor David Thiel bestätigt den Plan, ein flächendeckendes Glasfasernetz zu bauen. Noch dieses Jahr will er an das Parlament gelangen.
Die IWB wollen ihr bestehendes Glasfasernetz für Firmenkunden ausbauen und alle Haushalte daran anschliessen. Noch bis vor Kurzem wollten sich die Verantwortlichen auf Anfrage der BaZ bezüglich ihren Glasfaserplänen nicht in die Karten blicken lassen. Nun äussern sich Geschäftsführer David Thiel und Iwan Nussbaumer, Leiter Informatik und Telekom, erstmals klar dazu.
BaZ: Herr Thiel, Sie haben im Ratschlag zum neuen IWB-Gesetz langfristig Investitionen über 300 Millionen Franken für ein Glasfasernetz budgetiert. Könnte man damit ganz Basel verkabeln?
David Thiel: Ja. Basel und Teile der angrenzenden Region.
Gibt es schon einen Grundsatzentscheid in der IWB-Werkskommission über ein solches Netz?
Thiel: Wir werden am 26. November damit in die Werkskommission gehen. Das Thema wurde aber bereits informell angesprochen. Wir spüren, dass so ein Netz erwünscht ist.
Für die Geschäftsleitung der IWB ist aber alles klar?
Thiel: Die IWB wollen das Glasfasernetz. Wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, einzusteigen, wollen wir unsere Position als Glasfaseranbieter ausbauen und die Region flächendeckend mit Hausanschlüssen erschliessen.
Iwan Nussbaumer: Eigentlich sind wir bis auf wenige Fragen bereit zur Umsetzung.
Glasfaserkabel haben eine hohe Übertragungskapazität und beheben Engpässe, die heute etwa beim Verbreiten von TV-Signalen über die alten Kupferleitungen bestehen. So hat denn auch die Swisscom, deren Internetfernsehen «Bluewin-TV» von der Glasfaser stark profitieren würde, angekündigt, die Schweizer Haushalte mit Glasfasern zu vernetzen. Sie will eigene Leitungen legen und Teile ihres Netzes an andere Gesellschaften vermieten oder verkaufen.
Den IWB hingegen schwebt ein offenes Netz vor, das Dienste-anbieter wie Sunrise oder Orange für Internet, Telefonie oder Fernsehen gleichberechtigt nutzen können. Sie haben sich mit anderen Stadtwerken zur Allianz «Openaxs» zusammengetan. Einen ähnlichen Weg gehen die Elektrizitätswerke Zürich. Sie gewannen 2007 eine Abstimmung über einen 200-Millionen-Kredit für den Bau eines Netzes.
Die IWB verhandeln jedoch auch mit der Swisscom über ein gemeinsames Vorgehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn nur einmal gegraben wird, sinken die Baukosten.
Sie wollen ein Netz, das allen offensteht. Die Swisscom bevorzugt den Wettbewerb zwischen den Netzen. Wie einigen Sie sich?
Nussbaumer: Die Swisscom sagt, sie will bis auf die Faser hinunter alles aus einer Hand anbieten. Wir sagen: Wir betreiben nur die Transportschicht, auf der andere Firmen ihre Dienste anbieten können. Damit diese Modelle parallel funktionieren, braucht es einen minimalen Wettbewerb: Getrennte Fasern.
Sie wollen jeweils eigene Glasfasern im gemeinsamen Kabel mit der Swisscom verlegen?
Nussbaumer: Ja. Das Modell der Swisscom widerspricht ja nicht grundsätzlich unseren Vorstellungen. Volkswirtschaftlich macht es Sinn, gemeinsam zu bauen, wenn man dennoch einen echten Wettbewerb schaffen kann.
Thiel: Von den vier Fasern würde die Swisscom zwei nutzen und wir zwei. Dieses Kabel ginge in jede Wohnung. Dort hätte die Swisscom ihren Stecker und wir unseren.
Also haben Sie sich bereits auf dieses Modell geeinigt?
Thiel: Nein, das ist eines der Modelle, die wir prüfen.
Die Alternative wäre, alleine ein Netz zu bauen.
Thiel: Oder zusammen mit anderen Partnern – zum Beispiel mit Fernsehanbietern.
Verhandeln Sie mit Cablecom?
Thiel: Nicht mit Cablecom, aber mit anderen TV-Anbietern. Wir führen auch Gespräche mit Sunrise und Orange. Die Swisscom ist aber sicher der konkreteste Partner.
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