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© Basler Zeitung; 20.02.2010; Seite bazab2
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tageskommentar
Wird gut, was lange währt?

IMichael Heim

IWB-Chef David Thiel und Swisscom-Chef Carsten Schloter wirkten erleichtert, als sie gestern den Vertrag für ein gemeinsames Glasfasernetz präsentierten. Der Einigung gingen zähe Verhandlungen voraus. Im Sommer standen die beiden schon einmal kurz vor einem Abschluss. Ausgerechnet der frühere Schloter-Vorgesetzte und heutige IWB-Präsident Jens Alder zog da jedoch die Bremse.

Nun liegt der Vertrag vor und er hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Auf den ersten Blick sieht er gut aus, und wenn die IWB weitere Telekom-Anbieter finden, denen sie ihre Glasfasern vermieten können, geht die Rechnung wohl für beide Seiten auf.

Doch die IWB mussten deutliche Konzessionen machen. Wesentliche Punkte, wie das Netz aus einer Hand, mussten sie aufgeben. Swisscom verlangte nicht nur eine eigene Faser für ihre Dienste, sondern das Sagen über einen Teil des Netzes.

Warum haben sich die IWB darauf eingelassen? Ein Grund ist das Geld. Während der Basler Staatsbetrieb das Budget für ein solches Vorhaben bei Regierung und Parlament mühsam beantragen muss, hat der ehemalige Staatsbetrieb Swisscom eine gut gefüllte Kriegskasse, über die er direkt verfügen kann. Während Jahren hatte sich Swisscom mit dem Telekom-Monopol ein Vermögen erwirtschaftet, das sie nun für den Aufbau künftiger Marktdominanz nutzen kann.

Zudem hat Swisscom während der laufenden Verhandlungen vollendete Tatsachen geschaffen und viele Häuser mit Glas verkabelt. Mit jedem Monat, den die Verhandlungen andauerten, wurde ein von den IWB gesteuertes Netz unwahrscheinlicher. Die IWB hatten keine andere Wahl, als sich anzuschliessen.