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© Basler Zeitung; 19.03.2010; Seite bazab17
Wirtschaft

bazillus
Bâloise – alles unter einem Dach?

Michael Heim

 

   

Es gibt wenig Firmen, die uns Journalisten wegen ihres Namens ins Schwitzen bringen. Eine davon ist die Bâloise. Oder Basler. Oder Baloise. Denn je nach Firmenteil, Land oder Sternenkonstellation schreibt sich die Versicherung mal auf Deutsch, mal auf Französisch, mal mit Dächlein und mal mit ohne. So heisst es Bâloise Holding, aber Baloise Bank Soba. In Deutschland ist sie die Basler, in der Schweiz nur dann, wenn das Geschäft in der Deutschschweiz gemeint ist, nicht aber die ganze Firma.

Natürlich hat alles ein System. Firmen, die der Holding angehängt sind – so erfahren wir –, tragen (Regel 1) die «internationale» Schreibweise, also ein ungedeckeltes Baloise (auch wenn sich die Holding selber mit Dach schreibt).

Ländergesellschaften schreiben sich nach der jeweiligen Sprachusanz (Regel 2), wobei nur Schweizer Landessprachen zur Anwendung kommen und (Regel 2.1.) Rätoromanisch offenbar keine Landessprache ist. In Luxemburg hält sich die Basler zudem nicht an die offizielle Nationalsprache (Luxemburgisch ist so etwas wie Deutsch), sondern verwendet (Regel 2.2.) Französisch.

Aus den Übersetzungen im Handelsregister können wir Regel 3 ableiten: Wenn keine Landessprache möglich ist, gilt die Holdingregel (siehe Regel 1). So trägt die Basler Leben AG als französische Bâloise Vie ein Zirkumflex, als englische Baloise Life jedoch nicht. Doch warum heisst die Basler Versicherung AG auf Englisch (keine Landessprache) Baloise Insurance, auf Spanisch (auch keine Landessprache) aber Bâloise Seguro?

Inkonsistent mit Regel 3 ist auch der Balkan. So heisst die kroatische Tochtergesellschaft Basler Osiguranje Zagreb und nicht Baloise. Auch andere Töchter in Kroatien und Serbien tanzen aus der Reihe. Wir lernen Regel 3.1.: Der Kroatische Markt wurde von Österreich aus gestartet, und weil dort Deutsch gesprochen wird (siehe Regeln 2 und 2.1.), gehört auch der Balkan zum deutschen Sprachraum.

Bei den Recherchen zu diesem Regelwerk ist uns aufgefallen, dass auch Bâloisianer bezüglich der genauen Regeln nicht immer ganz sattelfest sind. Vielleicht ergreift die Basler ja mal die Gelegenheit für eine Rechtschreibereform.