© Basler Zeitung; 13.07.2010; Seite bazab12
Wirtschaft
bazillus
Jung, frei und von Sinnen?
Michael Heim
Über die Lösung der Too-big-to-fail-Problematik und die Vermeidung künftiger Finanzkrisen wurde schon viel debattiert.
Nun machen auch die Jungfreisinnigen noch einen Vorschlag. In einem Papier greift der St. Galler Student Marcel Montanari ausgerechnet zu einem Instrument, das viele als Mitverursacher der Finanzkrise sehen: Die Asset Backed Securities (ABS). Banken sollen all ihre Risiken – etwa Hypothekarkredite – in Spezialvehikel auslagern. Wird der Kredit faul, geht allenfalls das Vehikel pleite. Nicht aber die Bank. Diese kann zudem alle Geschäfte weiter betreiben wie bis anhin. Sie muss nur nicht mehr selber dazu stehen.
Zur Erinnerung: Genau das haben amerikanische Banken vor dem Crash der Finanzmärkte getan. Die Hypotheken lagen dann unter anderem in Form von ABS in den Bilanzen von Schweizer Banken. Gut für die Amerikaner, schlecht etwa für die UBS.
Montanari ist sich der Brisanz seiner Forderung, die für die einzelne Bank ja praktisch klingt, bewusst. Er baut denn auch einige Wenn und Aber in seinen Vorschlag ein. So ist auch ihm nicht entgangen, dass die falschen Ratings, welche Standard & Poor’s, Moody’s und Konsorten solchen Spezialpapieren damals verliehen haben, verheerend wirkten. «Diese Bereiche müssten in geeigneter Form reguliert werden», rät der Student.
Dass Montanari mit seiner Idee, Risiken auszulagern, nicht voll danebenliegt, zeigt die Geschichte. Nicht nur werden Pfandbriefe in der Schweiz schon lange weiterverkauft. Auch die UBS hat die amerikanischen, nach Europa exportierten Chunk-Hypotheken letztlich wieder ausgelagert. Sie sind inzwischen das Problem der Nationalbank.
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