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© Basler Zeitung; 10.04.2010; Seite bazab2
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tageskommentar
Es ist noch zu früh

Michael Heim
  Kommentar zur Frage, ob den Verantwortlichen der UBS die Décharge für die Jahre der Finanzkrise erteilt werden soll.
   
Am kommenden Mittwoch müssen die UBS-Aktionäre über die Entlastung der Ex-Manager der UBS abstimmen. Bisher wurde der Führungsequipe der beinahe untergegangenen Grossbank die Decharge für die Krisenjahre verwehrt. Die Bank wollte sich die Chance nicht nehmen lassen, Regress zu nehmen auf Ospel und Co.

Erste Abklärungen haben inzwischen ergeben, dass Klagen gegen die Manager eher chancenlos wären. Die Finanzmarktaufsicht Finma zeigte sich zurückhaltend, die Zürcher Staatsanwaltschaft hat auf eine Anklage verzichtet und auch der Verwaltungsrat der UBS sieht keinen Grund, die Decharge weiter zu verwehren.

Gleichzeitig ist aber klar: Die heutige Crew der UBS hat ihre eigene Agenda. Bankchef Oswald Grübel und Präsident Kaspar Villiger haben kein Interesse an einer langen Vergangenheitsbewältigung. Sie wollen weitermachen, die Bank wieder zum Erfolg führen.

Noch ist die Finanzkrise bei der UBS aber nicht aufgearbeitet. Immer wieder tauchen Details auf – neue Erkenntnisse, die einen an der offiziellen Darstellung der Bank zweifeln lassen.

Am Mittwoch müssen die Aktionäre Richter spielen. Sagen sie Ja zur Decharge 2007 und 2008, so kann der Verwaltungsrat den Schlussstrich ziehen. Sagen sie Nein, setzen sie die UBS-Aufsicht unter Zugzwang. Als verlängerter Arm des Aktionariats muss der Verwaltungsrat dann nochmals über die Bücher, oder glaubwürdiger dokumentieren, weshalb er die Ex-Manager nicht belangen will.

Noch ist es zu früh für den Persilschein. Die Aktionäre sollten für die Krisenjahre keine Entlastung beschliessen.

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