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© Basler Zeitung; 23.04.2010; Seite bazab4
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tageskommentar
Ein Tusch zum Schluss
Michael Heim
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Kommentar zum Verbot der geplanten Fusion zwischen den beiden Telekom-Anbietern Sunrise und Orange. |
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Kurz vor seinem Rücktritt hat Walter Stoffel, Präsident der Wettbewerbskommission, noch einmal alle überrascht. Mit einem Verbot der Fusion von Orange und Sunrise hat niemand gerechnet, am wenigsten die beiden Firmen.
Gewünscht hatten es sich viele: Konsumentenschützer, Politiker, Journalisten. Denn die Argumente der Weko sind plausibel. Weshalb sollen sich zwei Anbieter, die gemeinsam den ganzen Markt abdecken, noch stark bekämpfen? Weshalb soll Orange, nachdem sie die aggressive Konkurrentin Sunrise geschluckt hat, ausgerechnet deren Tiefpreisstrategie fortführen, wenn die einzige verbleibende Konkurrentin teurer ist? Den beiden fusionswilligen Gesellschaften ist es nicht gelungen, plausibel zu machen, weshalb ein Zusammengehen volkswirtschaftlich sinnvoll sein soll.
Auch Swisscom hätte von der Fusion profitiert. Die Ex-Monopolistin, die gestern nobel schwieg, hätte eine lästige Konkurrentin vom Hals gehabt und hätte sich mit Orange gemütlich arrangieren können. Zwei Konkurrenten sind für Swisscom anstrengender als nur einer. Aus Kundensicht ist das gut so.
Der Entscheid Stoffels hat überrascht, weil er gewagt ist. Die Weko bedient sich eines eher modernen Konzepts aus dem Wettbewerbsrecht, dessen Beweisführung nicht einfach sein dürfte. Gleichzeitig geht es um viel. Es geht um die Zukunft zweier Gesellschaften mit Milliardenumsätzen.
Stoffel gibt zum Schluss seiner Laufbahn noch einmal alles. Wohl auch, um auszuloten, was das Schweizer Recht hergibt. Kommt er damit durch, hat er sich ein Denkmal gesetzt. Zu hoffen ist, dass er nicht zu hoch gepokert hat.
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