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© Basler Zeitung; 28.07.2010; Seite bazab2
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tageskommentar
Nicht schwach werden, bitte

Michael Heim
  Kommentar zum erfreulich guten Halbjahresergebnis 2010 der UBS
   

Das dritte Quartal infolge weist die UBS einen Milliardengewinn aus. Das laufende Geschäftsjahr dürfte für die Grossbank lukrativ werden. Der Kundenabfluss wird wohl gestoppt. Das ist erfreulich.

Doch die guten Nachrichten haben auch ihre Schattenseite. Sie nähren die Gefahr, dass die Finanzkrise zu bald vergessen ist. Nicht nur ist die UBS das einzige Institut, das sich hierzulande grob verspekuliert hat. Auch ist der Staat – im Gegensatz zum europäischen Umland – mit einem blauen Auge davon-gekommen: Der Bund konnte sein UBS-Rettungsmanöver mit Gewinn abschliessen und die Nationalbank hat bisher kein Geld verloren. Im internationalen Vergleich steht unsere Volkswirtschaft zudem gut da.

Erste Anzeichen für das Verdrängen sind jedoch bereits vorhanden. Dem von der EU initiierten Stresstest wird nachgesagt, er sei zu wenig streng gewesen, um möglichst viele Banken bestehen zu lassen. Und zu Beginn dieser Woche hat der Basler Ausschuss der BIZ bekannt gegeben, einige «Basel III»-Reformvorhaben zu lockern. So sollen die Banken mehr Zeit bekommen, um ihr Kapital aufzustocken.

Umso wichtiger ist nun, dass die Entscheidungsträger bei allen guten Nachrichten nicht aufs Schönwetterprogramm umstellen. Forderungen, die vor einem Jahr gestellt worden waren, müssen auch heute noch ihre Gültigkeit haben. Jetzt sogar erst recht. Denn Banken, die Gewinn schreiben, können auch die Bürde strengerer Vorschriften auf sich nehmen.

Behalten wir die weltweite Bankenrettung der vergangenen zwei Jahre doch noch etwas in Erinnerung. Als Mahnmal.

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