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© Basler Zeitung; 29.06.2010; Seite bazab19
wirtschaft
Suisa verdient weniger an Kopierabgaben
Urhebervereinigung spürt Tarifanpassung von 2009
Michael Heim
Die Musiker haben 2009 Jahr etwas weniger Geld über Zwangsabgaben der Suisa eingenommen. Zugenommen haben die Einnahmen aus dem Gastgewerbe.
Nachdem die Suisa, die im Namen vieler Musiker Urheberrechte verwaltet, länger mit steigenden Einnahmen lebte, muss sie für 2009 einen Rückgang verbuchen. Insgesamt hat sie mehr als 147 Millionen Franken eingenommen, drei Prozent weniger als 2008. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Um einen Fünftel gesunken sind die Einnahmen aus der Abgeltung für Privatkopien. Die Suisa verweist auf die Anfang 2009 gesenkten Gebühren für MP3-Player. Im Vorjahr hatte der sogenannte «Tarif 4d» der Suisa hohe – aus Sicht der beaufsichtigenden Schiedskommission zu hohe – Einnahmen verschafft. Noch deutlicher ist der Rückgang, wenn man auch die Einnahmen der übrigen Urheberrechtsgesellschaften einbezieht, die Geld aus der MP3-Steuer bekommen. Nach 22,8 Millionen Franken im Vorjahr betrugen die Gesamterträge 2009 nur noch 14,9 Millionen Franken.
Dafür wird die Suisa schon bald eine neue Quelle anzapfen können. Ein Tarif für Speicherplatz in Handys wurde von der Schiedskommission unlängst bewilligt. Allerdings lässt die Suisa laut Geschäftsbericht noch offen, ob sie gegen den Tarif rekurrieren will. Die Schiedskommission hat die von der Suisa zuerst geforderten Gebühren nämlich deutlich herunterkorrigiert. Swico hingegen, der Verband der Geräteimporteure, kündigte gestern schon mal einen Rekurs an.
Grossanlässe. Kategorien mit steigenden Einnahmen sind bei der Suisa eher rar. Mehr verdient hat sie vor allem mit über Fernsehsender verbreiteten Werken. Zugenommen haben auch Einahmen aus Kinos. Zudem scheint die Suisa Erfolg mit ihrem Bestreben zu haben, beim Gastgewerbe Vergütungen für Hintergrundmusik oder Leinwandaufführungen einzufordern. Hier hätten sich 2009 auch Grossanlässe positiv auf die Einnahmen ausgewirkt, schreibt die Suisa.
Und noch etwas zeigt der Geschäftsbericht: Das Geschäft mit speziellen Klingelton-Dateien ist keines mehr, seitdem auf vielen Handys jedes beliebige Lied als Alarm eingerichtet werden kann. Die Einnahmen aus der Lizenzierung von Pop-Musik für «Ringtones» sind mit minus 60 Prozent regelrecht eingebrochen. |