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©Basler Zeitung; 30.09.2010; Seite bazab13
wirtschaft

Nicht mal geschenkt
IWB-Solarstrom als Ladenhüter

Michael Heim
Seit Jahren können IWB-Kunden mit einem Elektromobil gratis Solarstrom tanken. Doch kaum einer machts.

Meist ist der Parkplatz leer. Was im Gundeldinger-Quartier sonst eine rare Sache ist, ist beim Solarparkplatz der Industriellen Werke Basel (IWB) an der Meret-Oppenheim-Strasse der Normalfall. Elektromobile, die dort bis zu vier Stunden lang gratis parkieren dürften, sieht man kaum. Dabei hätte der Parkplatz einen Zusatznutzen: Den Strom fürs Gefährt verschenken die IWB gleich auch noch.

Seit März 2005 gibt es das Angebot. Der Strom stammt aus der Basler Solarstrombörse, an welche Haushalte den Strom verkaufen können, den ihre Solarzellen produzieren. Es handle sich um einen «Überschuss», sagt Pressesprecher René Kindhauser. Die IWB kaufen mehr Solarstrom an, als sie an ihre eigenen Kunden verkaufen können. Dabei ist die Menge alles andere als viel: Gerade mal 2,5 Millionen Kilowattstunden Solarstrom haben die IWB 2009 verkauft. Das sind 0,16 Prozent der Gesamtmenge an Elektrizität in Basel.

An der Gratistankstelle seien pro Jahr zwischen 300 und 560 Kilowattstunden Strom bezogen worden, sagt Erik Rummer, ebenfalls Pressesprecher der IWB. Seit 2005 dürfte folglich ein Total von rund 2500 Kilowattstunden verschenkt worden sein. Ein sparsames Elektromobil könnte damit ganze 200 Kilometer weit fahren. Alleine die Solarzellen auf dem Verlagsgebäude der Basler Zeitung erzeugen pro Jahr etwa zehnmal so viel Strom.

Tröstend für die IWB: Auch andere verschenken Solarstom mit wenig Erfolg. So werde auch die Solartankstelle des Hotels Hilton beim Bahnhof SBB wenig benutzt, sagt dessen Geschäftsleitungsassistentin Rhea Linder zur BaZ. Zwar könnten Hotelgäste gratis tanken, sagt sie. Das käme aber nur etwa zweimal pro Monat vor. Der durchschnittliche Hilton-Gast kommt wohl eher nicht mit dem Elektromobil.