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© Basler Zeitung; 03.11.2010; Seite bazab11
wirtschaft

Aus Geopower wird Geo-Energie
Basler Erdwärmeforschung soll auf neuer Basis weitergeführt werden

Michael Heim
Ein erstes Experiment mit Tiefen-geothermie hatte in Basel in einem Debakel geendete. Nun soll eine neue Gesellschaft der Erdwärme zum Durchbruch verhelfen. Dahinter stehen fast die gleichen Akteure.

Die Beben im Winter 2006/2007 wird wohl kein Basler vergessen. Geopower Basel presste tief unter der Stadt Wasser ins Gestein, das damit durchlässig gemacht werden sollte. Eine Vorbedingung, um die im Erdinnern vorhandene Wärme nutzbar zu machen. Bis auf Erdbeben und Erkenntnis über den Basler Untergrund blieb das Geothermie-Projekt jedoch folgenlos.

Nun soll eine neue Firma da weiter- forschen, wo die Geopower aufhören musste. Gestern wurde in Bern die Geo-Energie Suisse AG vorgestellt, die ihren Sitz in Basel haben soll. Zweck des «Kompetenzzentrums»: Erforschung der Tiefengeothermie und Entwicklung von Projekten zur Produktion von Bandenergie für das Stromnetz.

Trotz ähnlichem Namen und praktisch identischem Logo sei Geo-Energie Suisse keine Nachfolgegesellschaft der Geopower, betont Urs Steiner, Chef der beteiligten Elektra Baselland (EBL). Man mache einen «klaren Schnitt».

Allerdings hat die neue Gesellschaft ein ähnliches Aktionariat wie die alte: Erneut dabei sind neben der EBL die Industriellen Werke Basel (IWB), der Gasverbund Mittelland, das Elektrizitätswerk Zürich und die Azienda Elettrica Ticinese. Neu eingestiegen ist die Westschweizer EOS. Allerdings haben IWB und EBL auch Verbündete verloren. Ausgestiegen sind die Axpo, die Energiedienst Holding und die Industriellen Werke Genf.

Zehn Millionen. Inhaltlich tritt die Geo-Energie Suisse das Erbe des alten Projekts an. Die Aktionäre übertragen der neuen Gesellschaft ihre Erkenntnisse aus früheren Projekten. Jene, die nichts zu bieten hätten, beteiligten sich im Gegenzug «etwas stärker» am Aktienkapital, sagt Steiner. Für die ersten fünf Jahre sollen gegen zehn Millionen Franken zur Verfügung stehen.

Noch gebe es keine konkreten Projekte für neue Bohrungen. Zunächst sollen neue Standorte evaluiert werden, sagt Steiner. Darauf folgen Machbarkeitsstudien. Erst in «15 bis 20 Jahren» rechnet die Geo-Energie Suisse mit der «routinemässigen Anwendung» ihrer Stromproduktion.

Die neue Geothermiefirma soll ihren Sitz in Basel am Steinentorberg 26 bei der Markthalle haben. Unter der gleichen Adresse residiere künftig auch die Lobbyorganisation Energie Zukunft Schweiz (EZS), sagt Steiner, der auch die EZS präsidiert. Das gemeinsame Dach habe nur «praktische» Gründe, eine operative Zusammenarbeit sei nicht geplant. Unklar ist, wer Chef von Geo-Energie sein wird. Steiner sagt: «Die Person ist gewählt, wir können den Namen aber noch nicht sagen.»