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Quelle: Basler Zeitung
4.9.2005 (in einer kürzeren Version in der baz vom 5.9.05 erschienen)

Mehr Easy in Basel
Stelios Haji-Ioannou eröffnet das EasyHotel in Basel

Michael Heim
Heute wurde am Riehenring das EasyHotel eröffnet. Die baz sprach mit Stelios Haji-Ioannou, dem Gründer von EasyJet.


Stelios. Der EasyJet-Gründer verzichtet gerne auf seinen komplizierten Nachnahmen. Foto M. Heim

baz. Sie haben während sechs Tagen in ihrem EasyHotel in London gelebt. Haben Sie jeden Morgen das Bett selber frisch bezogen?

Stelios Haji-Ioannou: Nein, ich zahlte für dieses Extra. (lacht). Die meisten Leute sind zufrieden, wenn Sie während ein, zwei Tagen selber aufräumen müssen. Aber wenn Sie länger bleiben, sind Sie bereit, fürs Aufräumen zu bezahlen. So wie wir das machen, ist das viel effizienter, als wenn der täglicher Aufräumservice im Preis inbegriffen wäre.

Sie sind wegen dieses Hotels nun schon das zweite mal persönlich nach Basel gekommen. Was ist so wichtig an diesem kleinen Hotel?

Es ist weltweit das erste Hotel, das von einem Franchise-Partner – Philipp Fink – geführt wird. Das Hotel in London führen Sie selber? Ja, das gehört mir. Ich versuche Philipp Finks so viel Unterstützung zu geben wie möglich. Denn je nach dem wie gut es hier läuft, werden sich weltweit mehr oder weniger Leute für um Franchise bemühen. Basel ist das Pilotprojekt.

Wer wird in diesem Hotel absteigen?

Leute, die kurz bleiben. Viele, die für die Messen kommen. Es werden auch selbständige Geschäftsreisende kommen. Und Touristen, Rucksacktouristen, alle. Ihre Konkurrenten sind... ...markenlose Familienhotels. Auch das was bei uns in England die Bed & Breakfasts sind.

Wie viele Zimmer konnten Sie bisher schon vermieten?

Es läuft sehr gut, ich bin sehr zufrieden. Für die Kaninchenzüchtermesse im Dezember konnten wir gleich zwanzig Zimmer an einen Verein vermieten.

Easy Jet hat in Basel stark ausgebaut. Sind Sie mit den Zahlen bisher zufrieden?

EasyJet ist eine Publikumsgesellschaft, bei der ich nur im Verwaltungsrat bin. Ich kann ihnen da keine Zahlen nennen.

Können oder dürfen?

Ich kann Ihnen nicht sagen, was ich nicht sagen darf.

In der Schweiz gibt es EasyJet und – nun – EasyHotel. Was kommt als nächstes?

EasyWatches könen Sie schon heute übers Internet von hier aus kaufen. Sie können auch Autos online buchen.

Aber Sie haben in der Schweiz keine Autos.

Das stimmt. Aber wir haben an vielen Orten Autos, die uns nicht gehören. Wir arbeiten da mit anderen zusammen. Für welche Zeitung arbeiten Sie?

Für die Basler Zeitung.

Ich gebe ihnen eine Exklusiv-Geschichte! Ich schaute heute auf den Rhein. Und ich dachte, vielleicht können wir EasyCruise, die Kreuzfahrten, hier auf dem Fluss machen. Wäre das nicht toll?

Dann müssten Sie erst neue, kleinere, Schiffe kaufen.

Schiffe gibt es. Sie können Sie kaufen, sie bauen. Wenn das Konzept an der Italienischen und Französischen Riviera funktioniert, wo sie täglich nur drei bis vier Stunden reisen, wieso nicht auf einem Fluss?

Ein Partyschiff von Basel nach Rotterdam?

Ja, genau.

Wie wäre es mit einer EasySwissBank? Sie haben ja bereits Finanzdienstleister.

Ja, das wäre möglich. Aber wir brauchen dazu einen Schweizer Partner, eine Bankmit Lizenz.

Es gibt heute 15 Easy-Marken. Welche mögen Sie am meisten?

Das ist schwierig zu sagen. Jede dieser Firmen bedeutet etwas für mich. Rein finanziell gesehen ist EasyJet die älteste, grösste und erfolgreichste Firma.

Wie viele sind profitabel?

Mit etwas Glück sind alle Firmen, die älter sind als drei Jahre, nun auf Break Even. Alles was jünger ist schreibt noch rote Zahlen.

Als ich die Farben hier sah, kam mir ein Slogan in den Sinn: «The future is bright, the future is orange.» Wie gefällt er ihnen?

Ja, der gehört einem Konkurrenten, mit dem wir gerade vor Gericht stehen. Ich habe EasyMobile in England gestartet und die Firma Orange will uns verbieten, die Farbe Orange zu verwenden. Aber ich glaube, wir werden gewinnen.

Wer war der erste, der auf orange machte?

Sie starteten 1994, wir 1995. Aber nur, weil die ein Jahr früher waren, können sie uns noch lange nicht stoppen. Sehen Sie, Orange gehört France Telecom. Die haben viel Geld!

Stelios, Sie gründen dauernd neue Firmen. Sind Sie ein gelangweiter Milliardär, der nicht weiss, was er mit seinem Geld machen soll?

Tja. Ich geniesse meine Arbeit und was ich tue. Das ist so. Es ist mein Job, das Leben der Leute zu verändern. Auch wenn manche Ideen – wie EasyPizza – am Anfang etwas verrückt aussehen, finden Sie irgendwann ihre Kundschaft.