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Quelle: Basler Zeitung
© Basler Zeitung, 05.07.2006 ; Seite 6 schweiz

Ohne Swift kein Zahlungsverkehr
Alle Schweizer Banken greifen auf das weltweite System für Zahlungsaufträge zurück

Michael Heim
Wer von seinem Bankkonto aus international Geld verschicken will, kann das Swift-System kaum umgehen. 7800 Banken sind weltweit direkt an Swift angeschlossen.

Elf Millionen Mitteilungen werden täglich über das Netzwerk der Society for Woldwide Interbank Financial Telecommunications (Swift) verschickt, sechs Billionen Dollar in der Folge verschoben. Swift bildet damit das eigentliche Rückgrat des weltweiten Zahlungsverkehrs und ist deshalb interessant für die verschiedenen Geheimdienste. Wie der Name sagt, ist Swift nur ein Kommunikations-System. Über standardisierte Nachrichten teilen sich die Banken verschlüsselt mit, wer an wen Geld überweisen will.

Klar ist, welche Daten der amerikanische Geheimdienst CIA aus der Swift-Datenbank beziehen kann. Übermittelt werden jeweils:

>Name, Ort, Bank und Kontonummer/ID-Nummer des Absenders
>Name, Ort, Bank und Kontonummer des Empfängers
>Private Mitteilungen
>Technische Angaben; zum Beispiel Korrespondenzbanken, über die die Zahlung laufen soll.

33 Jahre Swift. Das Swift-Netzwerk ist eines der ältesten globalen Datennetze. 1973 wurde die Swift als Genossenschaft mit Sitz Brüssel (Belgien) gegründet, 1976 wurden die ersten Schaltzentralen eröffnet. Rund 7800 Banken sind heute mehr oder weniger direkt ans Swift-System angeschlossen, das hauptsächlich bei grenzüberschreitenden Zahlungen gebraucht wird.

Die meisten Schweizer Banken arbeiten mit Swift und können die Herausgabe der Daten an die CIA nur mit einem Schulterzucken kommentieren. Alternativen haben sie nicht. Nur für Inlandzahlungen können sie in der Regel auf nationale Systeme zugreifen.

Zwar hat die Schweizer Firma Telekurs mit EuroSIC eine Alternative für gewisse innereuropäische Zahlungen entwickelt. «Es kann sein, dass Zahlungen in Nachbarländer ohne Swift abgewickelt werden», sagt Telekurs-Sprecher Bernhard Wenger. «Wir können das aber nicht garantieren.»

Auf dem Schweizer Finanzplatz sieht sich zudem die Postfinance in einer speziellen Situation. Sie nützt für Auslandzahlungen nebst Swift das System Eurogiro der Postbetreiber. 90 Prozent der grenzüberschreitenden Zahlungen würden von Eurogiro abgewickelt, sagt Pressesprecher Alex Josty. Davon seien keine Daten an die US-Behörden weitergegeben worden.

>www.swift.com