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Quelle: Basler Zeitung
07.02.2007; Seite 9

SRG streitet um Internet-Gebühren
Suisa macht Rechte gegenüber Nachwuchswebsite MX3.ch geltend

Michael Heim
Auf MX3.ch bieten fast 4000 Schweizer Bands Musik zum Reinhören und teilweise auch Runterladen an. Dafür fordert die Suisa Geld. Seit Monaten streitet sie mit der SRG.

Internetseiten wie YouTube oder MySpace sind Renner. Dort können Benutzer eigene Inhalte (Musik, Fotos, Filme) mit wenig Aufwand online stellen und profitieren von einer bekannten Plattform. Eine solche Plattform hatten auch die Radiomacher der dritten SRG-Programme vor Augen, als sie vergangenes Jahr MX3 gründeten. Seit September können sich dort Nachwuchsbands vorstellen und eigene Musik zum Hören (als «Stream») oder zum Herunterladen anbieten.

Die Seite ist ein Erfolg. Monatlich besuchten 60 000 Nutzer die Seite, sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner. Rund 10 000 Songs von 3800 Bands seien online.

Über den Erfolg von MX3 freut sich auch die Suisa . Sie vertritt als Rechteverwerterin die bei ihr angemeldeten Künstler. Wenn immer Musik am Radio gespielt wird, kassiert die Suisa im Namen der Mitglieder mit. Rund 26 Millionen Franken muss ihr die SRG bereits heute jährlich überweisen. Und dank MX3 soll es nun noch etwas mehr sein, wie Suisa -Direktor Andreas Wegelin erklärt.

SCHULDET GELD. Die SRG hatte ihr Projekt schon vor Beginn der Suisa gemeldet. «Die SRG sagte damals, dass das wohl kaum etwas kosten könne», erzählt Wegelin. Doch die Suisa sieht das anders. Nach einer Prüfung sei man zum Schluss gekommen, dass die SRG der Suisa Geld schulde. Ob die SRG mit MX3 Geld verdiene, spiele dabei keine Rolle. Die Suisa könne sich bei der Festlegung der Gebühren auch an den Kosten der Website orientieren.

Die Forderungen liegen auf dem Tisch. Im Januar fand ein Treffen zwischen beiden Parteien statt, das jedoch zu keinem Ergebnis führte, wie Wegelin erklärt. Die SRG sieht sich gemäss ihren Anmeldungsbedingungen nur als Plattformbetreiberin. Sie vertraut darauf, dass Bands nur Musik publizieren, deren Rechte sie auch besitzen. Das steht so in den Teilnahmebedingungen von MX3. Suisa -Direktor Wegelin dagegen behauptet, dass diese Rechte oft fehlten. Klar ist: Solange eine Band nicht Suisa -Mitglied ist, kann diese auch kein Geld fordern. Doch derzeit scheint noch nicht einmal die Suisa zu wissen, wie gross der Anteil ihrer Mitglieder auf MX3 ist.

UNKLAR. Wegelin schlägt der SRG eine pragmatische Zusammenarbeit vor: «Wir kommen ihr entgegen, wenn sie uns dabei hilft, jene Bands zu Suisa -Mitgliedern zu machen, die es noch nicht sind.» Wegelin stellt sich ein gemeinsames Anmelde-Formular zu MX3 und Suisa vor. Ob die SRG dieses Angebot annehmen will, ist unklar. Auch, ob sie bereit ist, überhaupt etwas für MX3 zu bezahlen. Man wolle die Verhandlungen nicht kommentieren, sagt SRG-Sprecher Steiner lediglich.

> www.mx3.ch