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Quelle: Basler Zeitung
24.11.2007; Seite 2, panorama KulturMagazin

Rotes Jahr für Studiokinos
Die Basler Kultkino AG muss Stellen abbauen

michael heim
Der Gewinner heisst Pathé. Mit dem neuen Basler Multiplex- Kino konnte die Gruppe viele Zuschauer anlocken. Gelitten haben Kitag und die Studiokinos.

In der ganzen Schweiz werden die Kinos für 2007 tiefere Besucherzahlen ausweisen, denn dem Kinojahr fehlten die Kassenschlager. In der ganzen Schweiz? Nein, in einer kleinen Kinostadt im Nordwesten der Schweiz herrscht Aufbruchstimmung. «Es gibt sicher einen Zuwachs in Basel», sagte René Gerber vom Branchenverband Pro Cinema unlängst zur baz. Der Grund: Seit knapp einem Jahr gibt es das Multiplex- Kino Pathé Küchlin und somit acht Säle mehr als im Vorjahr.

Noch-Pathé-Chef Grégoire Schnegg (auf Ende Jahr zieht er sich zurück) zeigt sich zufrieden. Im ersten Jahr habe man bewusst bescheiden kalkuliert und ein «Lehrjahr» eingeplant. Unter diesen Vorzeichen hätten sich die Erwartungen erfüllt. Unzufrieden ist er aber mit der Entwicklung in den beiden älteren Kinos Eldorado und Plaza. «Dort ist der Umsatz gesunken. Wir müssen uns überlegen, wie wir darauf reagieren», sagt er. Von einer Kinoschliessung will er jedoch nicht reden.

Schlecht lief das Geschäft in den Studiokinos der Kultkino AG. «Wir haben starke Einbussen bei den Besucherzahlen», sagt Tobias Faust, Assistent der Geschäftsführung. «Selbst bei einem sehr umsatzträchtigen Jahresende hätten wir noch einen Verlust.» So rechnen die Kultkinos 2007 erstmals seit vielen Jahren mit roten Zahlen. Man lebt von den Reserven.

UNRENTABEL. Den Grund für die Misere sieht Faust primär beim Filmangebot, dem Wetter und der Konkurrenz durch die DVD. Daneben spürten die Kultkinos das Multiplex- Kino – allerdings nur indirekt. Pathé habe zwar in erster Linie der Kitag-Gruppe (Capitol, Rex, Studio Central) Publikum abspenstig gemacht, sagt Faust. Die Kitag versuche jedoch, den im Hollywood-Segment verlorenen Umsatz verstärkt mit Filmen aus dem Studiofilm-Segment zu kompensieren, und das setze den Kultkinos zu, sagt Faust.

Die Zürcher Filmgruppe wollte diese These nicht kommentieren, und so bleibt unklar, wie stark die Kitag unter der neuen Grosskonkurrenz leidet. Die KultkinoGruppe lebt von wenigen publikumsträchtigen Filmen, über die das restliche, unrentable Programm finanziert wird. Doch je häufiger die Kultkinos diese erfolgreichen Filme teilen müssen, desto weniger funktioniert die Quersubventionierung.

Diese Abhängigkeit müsse daher überdacht werden, sagt Faust. Eine Lösung kann er nicht nennen. Die Verluste haben Folgen: Bereits musste die Kultkino-Gruppe Arbeitspensen reduzieren. Ein bis zwei Vollzeitstellen seien im Verlauf des Jahres abgebaut worden, sagt Faust. «Wir versuchten, die Abläufe so zu optimieren, dass es keine Auswirkungen auf das Publikum hat.» Eine Möglichkeit, um mehr Umsatz zu generieren, wäre die Unterbrechung der Filme. Viele Kinos nutzen eine Pause für den Verkauf von Snacks und Getränken – die Kultkinos verzichten freiwillig. «Wir haben die Grundprämisse, die Filme nicht zu unterbrechen», sagt Faust. Noch vor vier Jahren nannte Kultkino-Chefin Suzanne Schweizer gegenüber der baz jedoch einen Grund für einen möglichen Bruch mit der Prämisse: rote Zahlen.