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Quelle: Basler Zeitung
08.01.2008; Seite kmgab3, panorama KulturMagazin

Mehr Kinosäle, weniger Besucher
Auch in Basel endete das Kinojahr 2007 mit einem überraschend starken Besucherrückgang

Michael Heim
Hoffnungsvoll blickten die Kinobetreiber im Herbst auf die Filmstarts im Dezember. Doch die Hoffnungen wurden enttäuscht.

Vor einem Jahr zogen die Besucherzahlen vor Weihnachten noch einmal richtig an. Das Publikum strömte in Scharen in den James-Bond-Film «Casino Royale» mit dem neuen Hauptdarsteller Daniel Craig. Das Kinojahr 2006 endete mit einem leichten Umsatzplus.

Dieses Jahr war alles anders. Bereits im November war absehbar, dass 2007 weniger Leute den Weg ins Kino finden würden. Ändern konnte das nur noch ein sehr guter Dezember. In der Tat standen viel- versprechende Filme an. Etwa der Trickfilm «Bee Movie», der Fantasyfilm «The Golden Compass» oder die Komödie «Enchanted». Doch wirklich erfolgreich sei im Dezember einzig der bereits im Oktober gestartete Trickfilm «Ratatouille» gewesen, findet Pathé-Manager Antonio Annecchiarico. «Doch das konnte den Dezember auch nicht mehr retten.» Die Festtagsumsätze waren am Ende so tief wie nie in den vergangenen Jahren. Eine Hochrechnung der baz aufgrund der erfolgreichsten Filme (wöchentliche Top 20 der Deutschschweiz) ergibt für das Kinojahr 2007 denn auch ein schweizweites Minus von 15,9 Prozent auf nur noch 13,8 Millionen Eintritte. Nie hat die eidgenössische Kinostatistik weniger ausgewiesen. Auch die Umsätze in Franken sind stark zurückgegangen und dürften auf dem Stand von 1999 liegen. – René Gerber vom Branchenverband Pro Cinema rechnet ebenfalls mit tiefen Werten. «Ich schätze, dass wir am Ende einen Besucherrückgang von 15 Prozent haben werden», sagt er. Die definitiven Zahlen zum Kinojahr 2007 wird Pro Cinema erst Mitte Februar vorlegen können.

Auch Basel im Minus. Bereits klar ist jedoch das Fazit für die Kinos in der Stadt Basel. Gerber rechnete noch im November mit einem Plus, vor allem wegen des Ende 2006 eröffneten Multiplex-Kinos «Pathé Küchlin». Zwar steht die Region in der Tat besser da als die restliche Schweiz. Doch der miese Dezember zog auch die Basler Eintrittszahlen ins Minus. Im Vergleich zum Vorjahr seien 7,8 Prozent weniger Leute ins Kino gegangen, sagt Gerber.

Gleichzeitig konnte die Pathé-Gruppe aufgrund der neuen Kinosäle im Küchlin einen Drittel mehr Billette verkaufen, was vor allem die ähnlich ausgerichtete Kitag mit den Kinos Capitol, Rex und Studio Central stark gespürt haben dürfte. Kitag-Direktor Philippe Täschler wollte dies gegenüber der baz jedoch nicht kommentieren.

Für Gerber ist klar, was der Grund für die schlechten Zahlen ist: «Die Filme haben nicht den Zuspruch des Publikums gefunden.» Kaum als Erklärung für die schlechten Besucherzahlen im Dezember dürften das Wetter oder die Konkurrenz durch die DVD dienen, die zu den üblichen Verdächtigen für jede Kinoflaute zählen.

Zyklisches Geschäft. Gerber will den Besucherrückgang nicht überschätzt haben. «Das Kinogeschäft ist halt sehr zyklisch.» Nicht alle Kinoanbieter verkraften diese Zyklen gleich gut. Eben erst gab das Sissacher Kino Palace seine Schliessung bekannt. Auch die Studiokinos der Basler Kultkino AG schliessen das Geschäftsjahr wohl mit einem Verlust ab; bereits während des Jahres mussten sie Stellen abbauen, wie Kinomitarbeiter Tobias Faust im November gegenüber der baz bestätigte.

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