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© Basler Zeitung; 17.07.2008; Seite bazab3
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bazillus
Der Verhaftung entgangen

Michael Heim
Im Januar erhielt ich einen Befehl von der Eidgenossenschaft, Abteilung Armee. Divisionär Stutz forderte mich auf, die Taschenmunition meiner Armeepistole abzugeben. Da ich als ausgedienter Sanitätssoldat keinen Wiederholungskurs mehr besuchen muss, soll ich das auf einer der «Retablierungsstellen» tun. Und so mache ich mich auf zum Zeughaus. «Bring die Schüsse doch der Anita Fetz vorbei», ruft mir mein Büronachbar noch hinterher. Doch den Ärger erspar ich mir. Nicht nur mit der Fetz, auch mit der Armee.

Die Abgabe geht schnell und unkompliziert. Die mit «Rettung» beschriftete Dame nimmt meine Munition entgegen und notiert die Seriennummer auf einer Liste. Dann fragt sie nach meinem Dienstbüchlein, um den Eintrag mit der Munition abzustreichen.

Die Frau stockt. Blickt erst ins Büchlein und dann in meine Augen. «Sie haben ja gar nie Munition gefasst», meint sie nur. Dann wieder ein Blick auf die Munition. «Dass diese Armee noch funktioniert, wundert mich», höre ich sie leise sagen, während sie zum Stempel greift.

Meine Frage, ob ich die Munition in dem Fall behalten könne, findet sie nicht so lustig. Zurück im Büro erzähl ich die Geschichte. Mein Kollege lacht erst und meint dann: «Du kannst glücklich sein, dass sie dich nicht gleich verhaftet haben. Wegen illegalen Besitzes von Kriegsmunition.»