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© ProLitteris / Heim Michael / Basler Zeitung; 01.10.2004; Seite 3
heute

bazillus
Lasst uns an die Maschinen ran

Michael Heim
Haben Sie das gelesen? Da gibt es ein Auto, bei dem man die Motorhaube nicht mehr aufmachen kann ( bazillus vom Mittwoch). Und das nicht, weil es nicht mehr nötig ist. Nein, der Motor ist noch immer unter der Haube. Sondern nur deshalb, weil man verhindern will, dass wir selber dran rumspielen.

Überall das Gleiche. «Danger!» steht auf dem Radio. Aufschrauben verboten. Grosse Danger besteht beim CD-Player. Man könnte ob des Laserstrahls erblinden. Au Backe!

Oder das Mobiltelefon. Zu gerne würden wir Männer ab und zu mal an diesem kleinen Wunderwerk der Technik rumschrauben. Nur mal nachsehen, wie es drin aussieht. Haben Sie nicht auch schon einmal die Abdeckung Ihres Handys entfernt, obwohl das gar nicht nötig war? Das ist die natürliche Neugier, die gestillt werden muss. Die Telefonindustrie hat extra neue Schrauben - ganz klein und sternförmig - erfunden, die uns davon abhalten sollen, bis in die Eingeweide vorzustossen.

Gegen mein neues Cybertool-Sackmesser haben aber auch die keine Chance. Und so ist es doch auch beim Auto. Keine Klappe mehr? Das kann uns doch nicht aufhalten. Und wenn wir halt schrauben müssen. Oder reissen. Oder... uppsala!

Solange es neugierige Menschen gibt, egal ob Mann oder Frau, werden diese unter die Haube ihres Autos blicken wollen, wenn Rauch aufsteigt. Und wir werden uns dabei die Finger verbrennen oder die neue Hose verschmutzen. Das gehört dazu.

(Der Autor besitzt kein Auto. Dafür ein kaputtes Mobiltelefon.)