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© Basler Zeitung; 27.05.2008; Seite bazab32
wirtschaft

Suisa siegt gegen Apple
Der iPod-Händler wird die MP3-Abgabe bezahlen

Michael Heim
Seit Monaten wartet die Suisa auf die Gebühren für online verkaufte iPods. Nun verspricht Apple zu zahlen.

Es war eine Zahlungsverweigerung der gröberen Art. Als einer der wichtigsten Internethändler verweigerte Apple der Urheberrechts-Gesellschaft Suisa die Bezahlung der neuen MP3-Gebühr. Dies für alle im Internet über apple.ch verkauften iPod-Geräte. Es ging um Millionen. Apple argumentierte, der Shop befinde sich gar nicht in der Schweiz, sondern in Irland und unterstehe daher nicht der Abgabe. Die Suisa wiederum drohte Apple mit rechtlichen Schritten (die baz berichtete).

Inzwischen sind auch die Konsumentenschützer aufgesprungen. In einem Brief fordert die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), dass Apple die eingesparten Gelder an die Kunden zurückzahlen müsse, sollte die Firma im Streit mit der Suisa als Gewinnerin hervorgehen. Ihr Argument: Apple verkaufe die Geräte online zum gleichen Preis wie im Fachhandel, der die Gebühr dem Kunden verrechne. Apple kassiere also die Gebühr.

Sache Erledigt. Mit ihrer Forderung kommen die Konsumentenschützer aber zu spät. Apple hat der Suisa nachgegeben und akzeptiert die Abgabe. Das bestätigt Suisa -Sprecher Martin Wüthrich der baz. «Wir warten noch auf die schriftliche Mitteilung, haben jedoch eine mündliche Zusage vom Samstag», so Wüthrich. Für die Suisa sei die Sache damit «gegessen». Bei Apple konnte wegen eines Feiertags am Europa-Sitz gestern niemand Stellung beziehen. Die Schweizer Sprecherin Andrea Brack wolle sich nicht dazu äussern.