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© Basler Zeitung; 20.05.2009; Seite bazab3
wirtschaft

Handy-Abgabe ist fragwürdig
Suisa -Studie zeigt, dass Handys selten als Musikquelle genutzt werden

Michael Heim
Kopierabgaben zugunsten der Künstler haben laut einer Studie der Urheberrechte-Verwerterin Suisa einen guten Rückhalt in der Bevölkerung. Eine Belastung von Handys scheint derzeit aber nicht gerechtfertigt.

Das Gute vorweg: Den Musikern scheint die Kundschaft weiterhin sicher. Ein Fünftel der Schweizer findet Musik «lebenswichtig», so die Erkenntnis einer Studie, die von der Urheberrechte-Verwerterin Suisa in Auftrag gegeben und vom Forschungsinstitut GfS durchgeführt wurde. Gestern stellte die Suisa die Ergebnisse vor. Auf der Liste der «wichtigen Kunstformen» führt die Musik mit 47 Prozent der Nennungen klar vor Literatur (24 Prozent) und Kino (sieben Prozent).

Gut für die Suisa sehen die Umfragergebnisse bezüglich der Kopierabgaben aus, die von der Urheberrechte-Verwerterin im Namen der Künstler eingezogen werden. Zwar wurde nicht konkret danach gefragt, ob die Schweizer die heutige Abgabe auf MP3-Player und CD-Rohlinge unterstützen. Die Frage lautete vielmehr, ob Künstler «etwas erhalten» sollen, wenn ihre Werke kopiert werden. Mit 57 Prozent liegen die befürwortenden Antworten aber klar vor den verneinenden mit 23 Prozent.

Erstaunlich bis fragwürdig erscheint das Ergebnis bezüglich der Internetdownloads. Laut Studie lädt jeder vierte Schweizer Musik aus dem Netz herunter.

natel zuletzt. Laut den deklarierten Mengen stammten dabei jedoch gleich viele Downloads aus kostenpflichtigen wie aus illegalen Quellen. Wäre das wirklich so, hätte die Plattenindustrie kaum ein Problem mit ihren Umsätzen.

Schlecht für die Suisa sieht das Umfrageergebnis bezüglich der Geräte aus, auf denen die Musik gehört wird. Hier führen nach wie vor Stereoanlage und Radio die Rangliste an (siehe Grafik). Erst an letzter Stelle kommt das Mobiltelefon: Gerade mal ein Fünftel der Schweizer gibt an, es wenigstens «selten» als Musikquelle zu verwenden. 81 Prozent hingegen hören nie über ihr Natel Musik oder meinen, gar kein musikfähiges Gerät zu besitzen. Der geplanten Kopierabgabe auf Mobiltelefone dürfte das einen Strich durch die Rechnung machen.

suisa aktiv. Eine entsprechende Vorlage der Suisa liegt derzeit bei der eidgenössischen Schiedskommission zur Begutachtung. Die Suisa hat sie einseitig eingereicht, da sie sich mit den Nutzerverbänden nicht auf einen Tarif einigen konnte.

> www.baz.ch/go/suisastudie