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© Basler Zeitung; 20.05.2009; Seite bazab3
wirtschaft

Weitere Kinosäle für Kitag denkbar
Konkrete Projekte würde man prüfen, sagt Verwaltungsrat Willy Heinzelmann

Michael Heim
In Basel gibt es so viele Leinwände wie lange nicht mehr. Und doch sieht die Kitag noch weiteres Potenzial.

Bisher haben es alle nur vermutet, nun spricht die Kitag es erstmals aus: «Klar» seien seine Kinos die Leidtragenden des neuen Multiplex-Kinos in Basel, sagt Willy Heinzelmann, Verwaltungsrat der Kino-Theater AG (Kitag). In Basel betreibt diese die Kinos Capitol, Rex und Studio Central. Schweizweit ist sie mit 89 Kinosälen eine der grössten Anbieterinnen der Branche.

Nicht allein die stärkere Konkurrenz hat der Kitag zugesetzt, sondern auch die schleppende Konjunktur. Die Leute gehen zwar noch ins Kino, doch werde deutlich weniger Werbung geschaltet. Doch nach wie vor rentiere das Kino-Business, betont Heinzelmann.

Neue Kinos. In Basel bestehe gar Potenzial für weitere Säle, findet der Kitag-Manager. Käme ein Investor mit einem konkreten Projekt auf ihn zu, würde er es prüfen, sagt er. Konkrete Vorhaben beständen jedoch nicht. Der Bau von Immobilien überlässt Kitag in der Regel anderen. Bis auf wenige Säle ist sie nur Mieterin – so auch in Basel.

Bereits 1999 hatte die Kitag versucht, an der oberen Freien Strasse ein Multiplex-Kino zu bauen, doch der Plan scheiterte. 2000 kaufte sie die drei bestehenden Kinos und 2001 präsentierte sie den Plan, das Rex auszubauen. Doch auch dieses Vorhaben kam nicht voran. Heute würde Heinzelmann in erster Linie im Umfeld der Steinenvorstadt expandieren. Das Publikum entscheide oft erst vor Ort, welchen Film es sich anschauen wolle. Dieser Ort sei in Basel die «Steinen».

Langsam umrüsten. Mit Spannung beobachtet Heinzelmann neue Entwicklungen, etwa die dreidimensionale Projektion. Zwar sei diese nicht für jede Art von Film geeignet. «Ein Studiofilm in 3D macht eher weniger Sinn», sagt er. Und doch wolle die Kitag noch bis Mitte Jahr in jeder Stadt mindestens ein Kino auf 3D umgerüstet haben. Diese sei auch der grösste Treiber der Digitalprojektion, die langfristig den Film «ab Rolle» ablösen solle.

Hier aber zeigt sich Heinzelmann zurückhaltend. Noch gebe es kaum vernünftige Finanzierungsmodelle für die teuren Digitalprojektoren. Allzu schnell werde der analoge Film wohl nicht verschwinden, meint er. Anders als etwa die Pathé habe man derzeit nicht vor, gross umzurüsten