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Wird hier schon Bald Strom produziert? Das Dalbeloch in Basel. Foto: M. Heim

© Basler Zeitung; 06.08.2009; Seite bazab13
wirtschaft

Neue Energie aus dem «Dalbeloch»
Wo früher Mühlräder drehten, wollen die IWB nun ökologischen Strom produzieren

Michael Heim
Die Industriellen Werke planen ein Kleinkraftwerk im St. Alban-Tal. Möglich wird dieses dank den Einspeisevergütungen des Bundes. Nach wenigen Jahren seien die Investitionen amortisiert.

Gemütlich fliesst der St. Alban-Teich durch sein Bett im «Dalbeloch». Nur die Papiermühle im gleichnamigen Museum nützt heute noch die Wasserkraft dieses alten Kanalsystems. Das soll sich ändern: Die Industriellen Werke Basel ( IWB) planen im St. Alban-Tal ein neues Kleinkraftwerk, das ökologisch unbedenklichen Wasserstrom produzieren soll. Das sagt Pressesprecher Eric Rummer auf Anfrage der BaZ. Denkbar wäre eine Turbine mit einer Jahresleistung von zwischen 500 und 1000 Megawattstunden. Das entspräche etwa dem Verbrauch von 250 Haushalten.

Das Kraftwerk soll weniger der Deckung der vermeintlichen Stromlücke dienen, dafür ist seine Leistung zu gering. Rummer schwebt vielmehr eine Art «Erlebnispark» vor, der neben der alten Nutzung des Teichs auch die moderne demonstrieren soll. Ein «Anschauungsobjekt, auch ohne geführte Besichtigung». Der Standort sei für ein Kraftwerk ideal. Wegen der bereits bestehenden aufgestauten Kanäle sei ein Eingriff in die Natur – anders etwa als in den Alpen – nicht mehr notwendig.

Noch ist unklar, wo genau das Kraftwerk gebaut werden könnte. Der Standort werde derzeit zusammen mit der Teichkorporation, die das Nutzungsrecht der Wasserkraft besitzt, geprüft, sagt René Kindhauser, Pressechef der IWB. Heikel dürfte der Aspekt des Denkmalschutzes werden, besteht das «Dalbeloch» doch aus vielen geschützten Objekten. Auch der Kanal, der in Münchenstein Wasser aus der Birs abzweigt, ist historisch. Erste Berichte über Mühlen im St. Alban-Tal stammen aus dem zwölften Jahrhundert. Ein letztes Wasserrad ist heute noch beim Papiermuseum im Dienst.

Nachdem eine Machbarkeitsstudie bereits zu einem erfreulichen Ergebnis geführt hat, scheint es sicher, dass das Kraftwerk errichtet wird. Nächstes Jahr soll die Detailplanung angegangen werden, sagt Kindhauser. Gebaut werden könnte das Kraftwerk im Jahr 2011.

Subventionen. Dass die IWB jetzt eine bereits vor ein paar Jahren angegangene, damals aber verworfene, Idee eines St. Alban-Kraftwerks wieder aufnehmen, ist kein Zufall. Die kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes, deren Umfang kontrovers diskutiert wurde, macht ein solches Projekt erst möglich. Sie sichert den IWB einen subventionierten Strompreis zu. So sei es möglich, dass die Investitionen nach etwa sieben Jahren bereits amortisiert seien, sagt Kindhauser. Ohne die Stromsubventionen wäre ein Kraftwerk hingegen erst nach vielen Jahren wirtschaftlich zu betreiben.

Nebst dem Dalbe-Projekt planen die IWB noch ein weiteres Kleinstkraftwerk. Im Quellgebiet des «Basler Wasser» im Pelzmühletal wolle man das natürliche Gefälle des Wassers für die Stromproduktion nutzen, erklärt Kindhauser. Bereits umgesetzt wurde ein drittes Projekt: In den Langen Erlen haben die IWB eine alte Anlage am Riehenteich aus dem Jahr 1923 reaktiviert. Vorbild für die Flusskraftwerke ist das bereits seit Langem funktionierende Kraftwerk Neuewelt in Münchenstein. Mit einer Jahresproduktion von 3,4 Gigawattstunden ist es allerdings grösser.

Flussstrom. In den neuen Bächli-Kraftwerken zeichnet sich auch die Handschrift von IWB-Chef David Thiel ab, der vor eineinhalb Jahren die Leitung des Basler Stromversorgers übernommen hat. Schon bei seinem früheren Arbeitgeber, den Wasserwerken Zug (WWZ), war er massgeblich am Ausbau der Flusskraftwerke an der Lorze beteiligt. Allerdings spielen diese bezüglich ihrer Stromproduktion in einer höheren Liga. Der Strom aus den regionalen Wasserkraftwerken wird vom WWZ denn auch als eigenes Produkt vermarktet.