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© Basler Zeitung; 21.10.2009; Seite bazab14
wirtschaft
Alle jagen die Glasfaser-Teufel
Swisscom und IWB verhandeln weiter um das Basler High-Speed-Datennetz
Michael Heim, Biel
Am Branchenkongress Comdays trafen gestern die Gegner im Glasfaserstreit aufeinander. Hinter den Kulissen wird weiter verhandelt.
Eigentlich waren sich alle einig. Es gehe nur zusammen, fand Swisscom-Chef Carsten Schloter, und Christoph Brand von Sunrise betonte, bei den Glasfasernetzen handle es sich um Generationenprojekte, die man koordiniert angehen müsse. IWB-Chef David Thiel forderte ein gemeinsames Bauen, und Peter Messmann vom Zürcher EWZ sah «Win-Win-Situationen» für alle. Die Podiumsdiskussion am Bieler Kongress Comdays drohte langweilig zu werden.
Wenn da nicht die vielen «Aber» gewesen wären. Denn ganz so einig waren sich die Telecom-Bosse dann doch nicht. Und so wurde viel über die vielen Teufel gesprochen, die in den Details sässen und die es «zu identifizieren und zu bodigen» gelte (Sunrise-Chef Brand).
Zwei dürften dabei besonders oft an gemeinsame Belzebuben gedacht haben: Thiel und Schloter. Denn ihre Verhandlungen zum Basler Netz wurden zwar schon vor Monaten mit «kurz vor der Einigung» beschrieben, ziehen sich aber weiter hin. «Grundsätzlich» sei man sich einig, sagte Thiel der BaZ. Die IWB treten als Investorin auf, die Swisscom beteiligt sich über Fremdkapital. Später soll ihr dieser Vorauskredit beim Bezug von Leistungen angerechnet werden.
Wer trägt das Risiko? Die IWB bestehen dabei aber weiter auf gleichen Bezugspreisen für alle, die das Netz nutzen wollen – inklusive der Swisscom. Noch nicht geeinigt hat man sich auch darüber, wie den IWB das Risiko abgegolten wird, falls sie auf ihrem Angebot sitzen bleiben. Diese Klausel dürfte derzeit einer der grössten Basler Teufel sein.
Die Podiumsteilnehmer waren sich gestern auch bezüglich der Regulierungsfrage uneinig. Auf der einen Seite standen die, welche den Investitionen keine regulatorischen Hürden in den Weg stellen wollen. Auf der anderen Seite jene, die vom Staat Regeln für den Fall eines Marktversagens einforderten.
Wenig erstaunlich: Zur ersten Gruppe gehörte die marktmächtige Swisscom, zur zweiten die eher schmalbrüstige IWB. Während Schloter dazu aufforderte, «mit viel Pragmatismus an die Sache heranzugehen», interpretierte Thiel das pragmatische Vorgehen im Gespräch mit der BaZ eher so, dass einige Exponenten die komplizierten Sachverhalte wohl noch nicht erkannt hätten.
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