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Anders als die sonst vorgestellten Destinationen ist Basel
nicht ein Ferienort, der mir besonders gut in Erinnerung geblieben
ist, sondern mein Wohn- und Heimatort. Ich möchte ihn
Ihnen deshalb auch vorstellen.
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Die Mittlere Rheinbrücke am Morgen |
Historisches
Die Geschichte Basels geht bis zu den Römern zurück,
als in der Nähe der heutigen Stadt die römische
Stadt Augusta Raurica stand, die es heute noch unter dem
Namen Augst gibt. Auch schon sehr früh hat es auf dem
Münsterhügel, der heute mitten in Basel liegt
erste Befestigungen gegeben.
Da es in Basel eine der ersten und wichtigsten Brücken
über den Rhein gab, wurde die Stadt auch zu einer wichtigen
Handelsstadt. Noch heute befindet sich in Basel das obere
Ende der Rheinschifffahrt. Der Rheinhafen wurde so zum "Goldenen
Tor zur Welt" für die Schweiz. Seine Bedeutung nimmt zwar
ab, aber noch immer gehören die Lastschiffe auf dem Rhein
zum Stadtbild von Basel.
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Der Münsterplatz im Herzen
der Altstadt |
Wirtschaftliche Grundlage
Eine lange humanistische und intellektuelle Tradition und
die frühe Einführung des Buchdrucks liessen 1460 in Basel
die erste Universität der Schweiz entstehen. Jackob Bernoulli,
ein Mathematiker, über den alle Gymnasiasten, Statistiker
und Wirtschaftler fluchen (oder lieben sie ihn?) stammt aus
einem alten Basler Geschlecht, das es auch heute noch gibt.
Heute liegt der Schwerpunkt der Forschung vor allem im biologischen
und pharmazeutischen Bereich, was mit der Bedeutung der gleichen
Industrie in Basel zusammenhängt (folgende Grosskonzerne haben
in Basel den Hauptsitz: Roche, Novartis; Syngenta, Lonza,..).
Lange war Basel auch ein wichtiger Bankenplatz der Schweiz
(Der Bankverein/SBC wurde in Basel gegründet). In den
letzten Jahren - vor allem seit der Fusion von Bankverein
und Bankgesellschaft zur neuen UBS - hat diese Bedeutung allerdings
abgenommen. Bedeutend sind heute vor allem noch Zürich
(UBS, CS) und Lugano/Genf (Privatbanken).
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Ein Gemüsestand auf dem Marktplatz. Im Hintergrund
das Rathaus. |
Stadtgeografie
Durch Basel fliesst der Rhein, und dieser beeinflusst auch
die Entstehung der Stadt, nicht nur über den Handel,
der mit ihm verbunden war. Bis vor etwa 600 Jahren waren die
beiden Hälften der Stadt zwei eigene Städte, wobei
das Kleinbasel lange zum Österreichischen Kaiserreich
gehörte, während das Grossbasel dem Bistum Basel
unterstand. Das Kleinbasel war lange ein Fischerdorf, das
vom Ruhm Grossbasels nicht gross profitierte, bis die Stadt
vereinigt wurde. Aber noch heute ist es so, dass im Kleinbasel
mehr Ausländer und Arbeiter wohnen und im Grossbasel
eher die Mittel- und Oberschicht. Dies zeigt sich auch heute
noch nach Sonnenuntergang. Im Grossbasel befinden sich eher
die In-Bars und Diskotheken, während im Kleinbasel die
urchigen Beizen und das Rotlichmilieu anzutreffen sind. Eine
dieser Beizen ist speziell zu empfehlen, und hat mittlerweile
einen guten Ruf, der über Basel hinaus geht. In der Kleinbasler
"Fischerstube" an der Rheingasse wird in der Hausbrauerei
gebrautes Bier ausgeschenkt, und in Sachen Bier freut sich
der Basler über jeder Alternative zum Bier-Grosskonzern
Feldschlösschen. Dieser hat in den 80erjahren die Basler
Brauerei Warteck übernommen und mehr oder weniger liquidiert.
Heute besteht sie praktisch nur noch aus der Marke.
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Kulisse am Rhein. Im Hintergrund das Basler
Münster |
Reise nach Basel
Wenn Sie Basel besuchen wollen, tun sie das zwischen Frühling
und Herbst, denn im Winter ist Basel meistens nur nass und
dreckig, da hier das Klima milder ist als in der restlichen
Schweiz. Es gibt allerdings zwei Zeitpunkte, zu denen sich
ein Besuch auch im Winter lohnen könnte. Im Januar findet
der "Vogel Gryff" statt. an diesem Kleinbasler Fest treten
drei Sagenfiguren als Vertreter der drei Kleinbasler Ehrengesellschaften
(Zünfte) auf und tanzen zu Trommelmärschen. Der "Vogel
Gryff" ist demonstrativ Kleinbaslerisch, so dreht die Figur
"Wilder Mann" dem Grossbasel den ganzen Tag lang konsequent
den Rücken zu. Das kommt daher, dass die Zünfte
früher die Aufgabe der lokalen Verteidigung hatten
und das Grossbasel daher lange zu den potentiellen Feinden
gehörte. Heut ist es mehr eine neckische Tradition, denn
noch immer sind Gross- und Kleinbasler nicht ein Volk. Das
zweite Fest, etwa im März, ist die Basler Fasnacht, die
für Basel das Grösste und für Auswärtige
oft eine nicht durchschaubare Tradition darstellt. Die Basler
Fasnacht ist sehr urtümlich und hat nichts mit deutschem
Karneval oder Fasnacht, wie sie in viele Teile der Schweiz
gefeiert wird, zu tun. Eigentlich kann man sie nicht gut beschreiben.
Die Fasnacht besteht mehr aus einer Stimmung, die entsteht,
wenn kleine Gruppen von Trommlern und Pfeiffern durch die
nächtliche Stadt ziehen und Märsche spielen, kombiniert
mit grossen bunten plakatesken Laternen und Kostümen,
wobei meistens nur die aktiven Fasnächtler verkleidet
sind. Ein Tip an Auswärtige: Gehen sie nicht verkleidet
oder gar geschminkt (Tabu!) an die Fasnacht. Fettnäpfe
warten überall.
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Das Restaurant zur Harmonie an der Lyss.
Im Hintergrund das Wirtschaftswissenschaftliche Zentrum
der Universität. |
Wie gesagt finde ich Basel im späten Frühling
am schönsten, wenn das Wetter warm genug ist, um am Ufer
des Rheins die Sonne zu geniessen oder bei einem kühlen
Bier (oder Eistee) in einem Strassencafé zu sitzen.
Sehenswürdigkeiten in Basel:
Diese aufzuzählen ist für einen einheimischen eigentlich
recht schwer. Einerseits gibt es vieles zu sehen, andererseits
wollen sie nicht jeden Brunnen einzeln aufgezählt haben.
Eines steht aber fest: In Basel gibt es mehr als genug Museen.
Das Kunstmuseum hat schon seit Jahrzehnten eine guten Ruf,
während die Fondation Beyeler in der kurzen Zeit seit
ihrer Eröffnung, schon Hunderttausende angezogen hat
(u.a. mit der Christo-Aktion "Wrapped Trees"). Ein Museum,
das auch den Jüngeren gefällt, ist die Papiermühle.
Dieses Museum ist in einer alten Mühle eingerichtet und
zeigt, wie früher mit Wasserkraft Papier hergestellt
und danach bedruckt wurde. Ein anderes relativ neues Museum
ist das Tinguely-Museum, das die Installationen des vor ein
paar Jahren verstorbenen Schweizers ausstellt.
Immer wieder gerne besucht wird das Dreiländereck
am Rheinhafen, wo die Länder Deutschland, Frankreich
und die Schweiz auf einander treffen.
Im Sommer ist ein Auflug mit dem
Schiff von Basel rheinaufwärts nach Augst empfehlenswert.
Wie gesagt befand sich dort einmal eine wchtige römische
Stadt, von der immer noch Überreste vorhanden sind. Im
Freien können sie die Ruinen besichtigen (und noch bezahlen
sie dafür nicht einmal Eintritt), während im Römermuseum
viele Dinge aus dem antiken Alltag erklärt werden.
Basel zählt auch zu den wichtigsten Messestädten
Europas. Die Schmuck- und Uhrenmesse "Basel" lockt jedes Jahr
Händler aus der ganzen Welt an, während an der Muba
(Mustermesse Basel) vor allem Einheimische und Leute aus den
Nachbarländern an die Verkaufsstände pilgern. Eine
andere Messe, die nichts mit der "Messe Basel" zu tun hat
und die es schon weit länger gibt ist die Herbstmesse.
Eigentlich würde sich dieses Fest nicht von anderen Rummelplätzen
unterscheiden, wenn die "Mäss" nicht über die ganze
Stadt verteilt wäre. Auf dem Barfüsserplatz, in
den Hallen der Messe und auf dem Kasernenareal stehen Bahnen,
während auf dem Münsterplatz auch, und auf dem Petersplatz
nur Stände stehen, sie wirklich alles verkaufen. Von
Fusscreme über Gemüseraffeln bis zu angeblich heilenden
Kristallen finden Sie dort alles.
Weitere Sehenswürdigkeiten endecken Sie, wenn sie durch
die Gässchen und über die Hügel Basels steigen.
Das müssen
Sie wissen:
- Basler hassen Zürcher (mit einem Augenzwinkern,
nadyyrlig)
- Das Adjektiv zu Basel ist nicht "Baseler" sondern "Basler".
- Die Fasnacht heisst nicht "Fasching" oder Karneval.
- Tramchauffeure (Strassenbahn-Führer) reden aus
Prinzip kein Hochdeutsch (auch wenn inzwischen die automatisierten
Ansagen auf Schriftdeutsch übersetzt wurden)
- Basel ist nicht die Schweiz (es gibt keine Kühe,
keine Berge, keine Sennen, Basel hat dem EWR zugestimmt,
Alphörner suchen sie lange)
- Basler sind etwas zurückhaltend und kontaktscheu. Wenn
sie darum gebeten werden, helfen sie Ihnen aber gerne
weiter.
- Touristen sind willkommen (ausser vielleicht am Morgestreich,
der Start-Veranstaltung der Fasnacht, wo es inzwischen
mehr Deutsche und Zürcher als Basler gibt).
Bücher für Schweiz-Touristen:
- Für die Sprache: Vergessen Sie Schweizerdeutsch. Wenn
Sie kein Schweizer sind, machen Sie sich nur lächerlich.
Allerdings hat auch das schweizerische Hochdeutsch einige
Eigenarten. Dazu: "Wie sagt man in der Schweiz?", Duden
Verlag, ISBN:3-411-04131-5
- Für das Verhalten: Dieses Buch ist auch für Schweizer
ganz unterhaltsam: "Xenopobes Guide to the Swiss", Oval
Books, ISBN: 1-902825-45--4
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