Herbst 2000
New
York - The Big Apple
Michael Heim (Text und Fotos)

Eine Kulisse, die nie wieder so sein wird, seitdem
die beiden Türme des Word Trade Centers bei einem Terroranschlag
zerstört wurden.
Man sagt von New York, es gäbe zwei Menschen.
Die einen lieben die Stadt, die anderen hassen sie - you either
love it or you hate it. Etwas dazwischen gibt es nicht.
Chrisler Building (links, bearbeitet) und
New York Stock Exchange an der Wall Street (rechts)
Das ist verständlich, denn um New York zu
lieben, muss man ein Stadtmensch sein. New York ist hektisch,
laut und dreckig. Und - wen staunts - voller Menschen. Verschiedener
Menschen, um genau zu sein. Und dort ist das schöne für den Touristen.
Wer nicht gerade im Sennechutteli oder mit der Kamera vor dem
Bauch herumläuft (das zweite bin ich), wird kaum als Fremdling
erkannt. Erst wenn man mit jemandem ins Gespräch kommt, und dieser
fragt, ob man jiddisch rede - dieser jüdische Dialekt ist stark
am Deutschen orientiert -, ist man als Schweizer entlarvt. Meist
werden die Menschen dann aber noch eine Stufe freundlicher. Amerikaner
sind stolz auf ihr Land und freuen sich dementsprechend, es anderen
präsentieren zu können.

Das Empire State Building
Früher war für Einreisende der Empfang in
New York ein Spektakel. Vorbei an der Freiheitsstatue fuhren sie
mit dem Schiff direkt auf die Skyline von Manhatten zu. Heute
sieht man bestenfalls ein Paar Wolkenkratzer, wenn man auf New
Yorks Flughäfen zufliegt. Das imposante Erlebnis hat man heute
nei der Ankunft mit dem Bus in Manhatten. Vom aufstrebenden Flughaven
Newark kommend durchfährt dieser nämlich zuerst einen der Tunnels
unter dem Hudson River, der Manhatten mit der umliegenden Stadt
verbindet. Man kommt sozusagen aus der Schlucht der Unterführung
direkt in die Strassenschluchten der Stadt.

Der Times Square
Ich dachte früher immer, Basel sei eine Stadt.
New York ist es wirklich. Den Anblick der viele grossen Hauser,
bei deren anblick es einem von unten schon schwindlig werden kann,
löst wohl in jedem spezielle Gefühle aus. Das ist vermutlich auch
der Grund, warum New York die wohl am meisten besuchte Stadt der
USA ist.

Eine Konditorei in Little Italy
Was aber ist sonst noch speziell an New York?
Wolkenkratzer gibt es auch in L.A., Atlanta, Houston und beinahe
jeder amerikanischen Stadt. In New York merkt man, dass die Stadt
älter ist als beinahe alle anderen. Viele der Hochhäuser stammen
noch aus dem letzten Jahrhundert, was man an ihren verzierten
Fassaden erkennen kann. New York hat auch Kultur, weil man in
Mitten Manhattens Restaurants finden kann, die auf die Strasse
heraus gestult haben (little Italy) und New York hat Kultur, weil
es sich viele kleine Geschäfte erhalten hat, was daran liegt,
dass im Big Apple kein Mensch mit dem Auto einkaufen geht. Man
hätte viel zu lange.
Pflicht und Kür
Fast keine andere Stadt beherbergt so
viele Pflichtbesuchspunkte. Die berühmtesten:
- Das Empire State Building. Nicht nur Tom
Hanks und Meg Ryan trafen sich in "Sleepless in Seattle" auf
der Besucherterrasse dieses Hochauses. Der Ausblick von da oben
ist einfach überwältigend. Tip: Besuch bei Sonnenuntergang.
Das Licht ist wunderschön, und das Wetter meist weniger dunstig.
- Das World Trade Centerist das moderne Pendant
des E.St.B. Allerdings ist es, da neuer, weniger vom alten Eroberergeist
besessen. Es eignet sich als Ausgangsort für einen Besuch von
Lower Manhatten, dem Finanzdistrikt.
- Ein Student der Wirtschaftswissenschaften
(das bin ich) muss eines besucht haben: Die Wall Street. Auch
wenn diese so spektakulär ist, wie ein Hinterhof in Allschwil,
ist sie doch ein spezieller Ort.
- Der Broadway ist die einzige Strasse Manhattens,
die nicht im 90°-Winkel zu den anderen läuft. Zahlreiche Leuchtreklamen,
Kinos und Theater machen ihn zum Ausgangsgebiet in New York.
- Im Central Park lernt man die Andere Seite
NY's kennen. Wenn die New Yorker gestresst sind, oder sich beim
Sport etwas stressen wollen, gehen sie in die grüne Lunge der
Stadt, die so gross ist wie anderswo eine ganze Stadt. Die Kulisse
der Wolkenkratzer hinter einem grünen Wald ist schon speziell.
- Pflicht ist es auch, sich nicht von Ampeln
beirren zu lassen. In New York gilt das demokratische Prinzip,
was heisst, wenn genügend Menschen die Strasse betreten, wird
es wohl kein Autofahrer wagen, hinein zu fahren. Wenn nichts
kommt, wird die Strasse überquert.
Kür ist es, wie überall, sich einmal Zeit zu nehemen und die
Rolle des Touristen zu vergessen und sich in die Rolle eines
Beobachters zu versetzen. Sitzen Sie in ein Cafe, auf eine Parkbank
oder auf dei Stufen vor einer Kirche. Lassen Sie das Leben der
Stadt einfach vor sich vorbei ziehen. Diese Eindrücke bleiben
sicher genau so in ihrem Kopf wie der Anblick der Untergehenden
Sonne vom Empire State Building aus.
- Fans der NBC-Sendungen "Tonight Show" und
"Late Night" mit den beiden Nasen Jay Leno und Conan O'Brian
finden im Laden der NBC ("The NBC Expirience") alles was das
Herz begehrt.
Abschliessend möchte ich noch anmerken, dass ich zur ersten
Gattung der New York-Besucher gehöre. Ich hoffe ich kann wieder
einmal in den "Grossen Apfel" beissen...

die beiden Türme
des ehemaligen World Trade Centers
(Zerstört durch einen terroristischen Anschlag am 11. September
2001)