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Bildgestaltung

Mein erster Tipp ist es, sich nie an Regeln zu halten, die andere aufstellen. Damit Sie hier nicht zu lesen aufhören, lautet meine zweite Regel, dass die erste manchmal auch vernachlässigt werden kann. Ich möchte auf dieser Seite ein paar Dinge auflisten, die mir bisher oft geholfen haben.

Inhalt:
Unkonventionell sein
Die Welt anders zeigen
Überraschung
Theorie
Andere Länder...
Übersicht: Michis Tipps
Murphy's Laws

Unkonventionell sein.
Ein durchschnittliches Bild gelingt meistens. Um ein toles Foto zu schiessen, muss man vielleicht 20 schlechte Bilder machen, bevor einem das gute gelingt. Der Trick liegt darin, immer wieder unkonventionelle Dinge auszuprobieren. Sicher gibt es Standardregeln, die ich auch noch erleutern werde, aber meine oberste Regel lautet, immer auch spezielles zu wagen. Denn denn die richtig guten Bilder, die in die Geschichte eingingen, waren entweder durch eine zufällige Begegnung oder durch etwas Abenteuergeist des Fotografen entstanden. Vielleicht war ein GRossteil des Negativstreifens für den Abfalleimer, dafür entstand ein spannendes Bild...

Bilder sind spannend, wenn sie die Welt anders zeigen, als wir sie kennen.
Versuchen Sie, die Bilder aus Blickwinkeln zu machen, die wir normalerweise nicht sehen. Fotos aus Augenhöhe wirken langweilig. Wird ein Bild aber vom Boden aus geschossen, so bekommt es eine neue Spannung.

Überraschung
Gestellte Portraits werden nur gut, wenn der oder die Fotografierte ein Gespühr für Schauspielerei hat. Ansonsten werden die Bilder im besten Fall etwas fürs Familienalbum. Wenn Sie jemanden fotgrafieren, versuchen Sie, ihn zu überraschen. Wenn er schon Wind bekommen hat, dann lenken Sie ihn ab oder versuchen Sie ihn zu provozieren. Oft reicht ein kleines "schau doch nicht so blöd", damit jemand kurz natürlich lacht.

Theorie
Natürlich gibt es unzählige Theorien zur Bildbetrachtung. Man weiss, dass Menschen Bilder in gewissen Weisen betrachten, und darauf kann man sich ausrichten. Eine der bekanntesten Regeln ist wohl der "goldene Schnitt". Symetrische Bilder sind langweilig. Das Auge hat es gerne, wenn Objekte unregelmässig verteilt sind. Soll nur ein Objekt abgelichtet werden, wird of empfohlen, es in den Goldenen Schnitt zu setzen, das heisst, es nicht in die Mitte des Bildes, sondern in den ersten Drittel zu setzten (Vergleiche: oberes und mittleres Bild).
Eine weitere regel besagt, dass man Objekte imer so plazieren sollte, dass sie sich dem Bild zuwenden und nicht gegen den Bildrand schauen. Das sieht sonst aus, als wollten sie aus dem Bild fliehen.
Spannend kann es auch sein, wenn man dem Objekt im goldenen Schnitt ein zweites kleineres in der gegeüberliegenden Ecke plaziert. Anstelle eines kleineren Objekt kann das auch ein nscharfen sein. Das Unscharfe sollte aber nie grösser als das Scharfe sein, es sei denn dieses ist so wichtig, dass es nicht untergeht.
Das Menschliche Auge betrachtet ein Bild immer in horizontalen und diagonalen Bewegungen. Linien, die entweder waagrecht oder diagonal sind gefallen deshalb dem Auge, da sie ihm helfen, schnell einen Überblick zu bekommen.
Hch oder Breitformat? Dies ist oft eine grundlegende Frage. Bei der Reportage oder Pressefotografie geht der Trend eindeutig in Richtung breitformat. Erstens lässt sich diese besser in Zeitungen und Zeitschriften einbinden und zweitens wid unser Blick immer mehr auch von den Bildern aus Film und Fernsehen geprägt. Und dort gibt es kein Hochformat. Hochformatige Bilder wirken deshalb ummer mehr ungewohnt und speziell. Man kann dies ausnützten, muss sich aber bewusst sein, dass die Gefahr damit auch grösser wird, dass das Bild nicht "ankommt".

Andere Länder, andere Sitten...
Bitte verhalten Sie sich auch beim Fotografieren nicht immer so wie zu hause. Wenn sie beispielsweise in einem arabischen Land unterwegs sind, sollten Sie etwas zurückhaltenden sein, was das Fotografieren von fremden Frauen oder religös erscheinenden Personen angeht. Viele Moslems haben durch ihren Glauben eine andere Einstellung gegenüber dem Fotografiert werden und im übrigen könnte das ablichten einer fremden Peron des anderen Geschlechts auch als Anmache verstanden werden. Und da sollte man aufpassen.
In Ländern, in denen das Fotografieren weniger verbreitet ist, ist es auch dementsprechen schwieriger Filme zu bekommen. ehmen Sie bei einer Reise in exotische oder ärmere Länder genügend Ersatzfilme mit. Diejenigen, die dort erhältlich sind, sind meistens alt, sofern es überhaupt welche im Angebot hat.
In einem Fremden Land ist es als Fotograf auch besser, nicht auf den ersten Blick als Tourist erkann zu werden. Natürlich entlarft Sie die Kamera imemr, aber einem der Landeskultur angepassten Fotografen gegenüber treten die Einheimischen oft freundlicher auf als einem unangepassten Touristen. Also nie in ultrakurzen Hoden und Unterhemd rumlaufen. Das passt zu Bruce Willis in "Die Hard" aber nicht zu ihnen in Süditalien.

Nochmals kurz: Michis Tipps

  1. Suche ungewöhnliche Positionen für die Kamera. Zum Beispiel von unten nach oben fotografieren. Das macht die Fotos aussergewöhnlicher und interessanter.
  2. Objekte nicht in die Mitte sondern etwas an den Rand versetzt positionieren.
  3. Vor dem Abdrücken darauf achten, dass sich am Rand keine störenden Objekte befinden. Z.B. Äste, die gerade noch in Bild ragen. Auch wenn sie im Sucher noch knapp scharf erscheinen, können sie auf dem Bild ein unscharfes Etwas sein.
  4. Portraits mit kleiner Schärfentiefe (siehe Fotokurs) machen, so dass der Hintergrund unscharf ist. Die fotografierte Person hebt sich so besser von der Umwelt ab und erscheint wichtiger.
  5. Wenn etwas grösser erscheinen soll ist es meist besser, näher heran zu gehen, als einfach heran zu zoomen. Das Bild wirkt lebendiger.
  6. Ein Objekt hebt sich besser vom Hintergrund ab, wenn man es mit kleinem Zoom (z.B. 35mm) und kleinem Abstand fotografiert, als wenn man von weitem heran zoomt (z.B. 105mm).
  7. Je interessanter der Inhalt des Fotos, desto besser das Bild. Aussergewöhnliche und seltene Momente unbedingt festhalten.
  8. Filme mit 36er/200 ISO-Filmen. Hat sich als praktisch erwiesen. Immer einen Ersatzfilm dabei haben.
  9. Du wirst es nicht glauben, aber teurere Filme geben auch bessere Fotos. Dasselbe gilt für die Entwicklung.
  10. Für spannende Bilder braucht es oft etwas Frechheit und Mut beim Fotografieren. Das Zahlt sich meistens aus.
  11. Immer dabei haben: Ein paar verrückte Ideen (auf 10 in die Hose gegangene Experimente kommt ein geniales Bild) und eine Portion Glück!

Zum Schluss: Murphy's Laws
Natürlich gibt es die berühmten Murphy-Gesetze auch beim Fotografieren:

  • In dem Moment, in dem Sie abdrücken läuft ihnen ein dicker grosser Mann vor die Linse.
  • In dem Moment, in dem der Bus vor ihnen explodiert, eine Frau auf offener Strasse ein
  • Kind gewährt oder ein Ufo vor Ihnen landet, ist der Film voll.
  • Und wenn der Film nicht voll ist, sind die Batterien leer.
  • Vor jeder Kirche sind ein paar Stromkabel aufgehängt.
  • Und wenn es keine hat, passt die Kirche nicht in den Bildausschnitt.
  • Wann immer Sie beschliessen, die Kamera NICHT auszupacken, passiert etwas ungewöhnliches.
  • Wenn Sie bereit sind, passiert gar nichts.
  • Den einzigen Sonnenuntergang erleben Sie an dem abend, an dem sSie die Kamera zu Hause lassen.
  • Den einzigen bauchtanzenden besoffenen Polizist auch.
  • Und falls das alles noch nicht eingetroffen ist, werden Sie im Flugzeug beim Heimflug vond er dreimonatigen Weltreise merken, dass sämtliche Filme noch in Hawaii im Hotelzimmer liegen...