Sitemap Links kontakt


BaZ-News:
foto@michaelheim

Navigation


Wüste: Ein paar Bilder aus Tunesien

Peru: Bilder von Machu Pichu

Marokko: Ein Paar Eindrücke aus Marrakesch

WEF 2006 : Eine kleine Demonstration

Ecuador: Bilder aus den Anden

Kambodscha: Bilder aus und Tipps für die Tempelstadt Angkor Wat.

Vietnam: Andere Zeit, andere Welt. Bilder aus Hanoi und der Ha Long Bay.

Fotografieren
Meine Kameras
Foto Technik
Bildgestaltung
Foto Entwicklung

Bilder aus aller Welt
Fasnacht: Eine kleine Trauergeschichte
Basel: Anti-WEF-Demonstration
Ecuador: Cajas National Park, Quito, Galapgos
Menschen.

Hong Kong
Angkor Wat (Kambodscha)
Vietnam: Hanoi, Halong
Lissabon
Kenia
Bundesfeuerwerk
TVKB Grümpeli 03
RISC Rotterdamm
Rumänien
Mexiko (offline)
Herbstmesse Basel
Tunesien
Schottland
Wales
Kreta
New Orleans
New York
Basel
Gurnigel

Private Fotoseiten (passwortgeschützt)

 
Kreta - Die Geburt einer Maturreise
Direkt zu den KretaTipps
 
Kalimera!
Vor etwa drei Jahren begannen wir uns zu überlegen, wohin unsere Klasse in die Maturreise fahren sollte. An unserer Schule ist es, wie an wahrscheinlich allen Gymnasien, Tradition, dass die achten Klassen eine gemeinsame Reise machen. So tauchte als erstes die Frage nach dem Wohin auf. Das Wie und das Wie lange standen schon lange fest: Mit dem Flugi und zwei Wochen. Und auch war es ein stummes Gesetz, dass man in den Süden fliegen würde, um die Sonne zu geniessen.

Mein Kollege Sven machte mir dann den Vorschlag, wir könnten doch einmal nach Lörrach fahren, um dort die günstigsten Angebote zu suchen. Also machten wir an einem sonnigen Frühlingstag einen Veloausflug, um dann am Abend mit etwa 5 Kilo Papier wieder zurückzukehren. Unsere, nach unserem Geschmack leicht vorsortierte Ausbeute präsentierten wir dann der restlichen Klasse. Zur Auswahl standen vor allem Griechenland und Tunesien. Da ein alt bekanntes, aber nicht ganz wahres, Vorurteil besagt, dass es in Tunesien nichts zu sehen gäbe, stimmte unsere Klasse mehr oder weniger einstimmig für Griechenland. Auch das Hotel wurde recht schnell gefunden. Es liege in der Nähe von Heraklion und Chersonisos, den Unterhaltungszentren Kretas, hiess es im Prospekt. Der Ort heisst Gouves, das Hotel Hara Ilios Village.

Da wir für unsere Klasse 23 Betten benötigten, wollten wir uns mit Buchen beeilen, da viele Angebote schon ausgebucht waren. Dazu war ein Erwachsener nötig, und da Sven und ich beide erst im stolzen Alter von 17 Jahren waren, wurde einer der älteren Mitschüler dazu verurteilt, mit seiner Unterschrift für alles zu bürgen. Das Opfer Bürtsch war ein leidenschaftlicher Motorradfan und bestand darauf mit seiner „Kaffeemühle“ nach Lörrach zu fahren. Also machten wir vor dem Hauptbahnhof ab, wo er dann mit einer Verspätung auftauchte, die sogar von der SBB nicht mehr übertroffen werden kann. Er hatte beim falschen Bahnhof gewartet. Doch auf dem Reisebüro angekommen wurde seine Stimmung erheblich gesteigert... beim Anblick der Gratisgummibärchen.
Noch bevor wir die Erlaubnis des Konrektors hatten, buchten wir die Reise, die pro Person ca. 1000 Franken kostete. Nach Abzug des Geldes aus der Klassenkasse und des Erlöses unserer Theateraufführung blieben für jeden noch etwa 300 Franken zu bezahlen.

Dieses Geld galt es nun einzusammeln. Grosszügig wie ich bin, stellte ich mein Postchequekonto zur Verfügung (...das damals noch 2,75% Zins bot). Bald waren auch die 23 Einzahlungsscheine ausgefüllt und an die Klasse verteilt. Wir machten einen Termin aus, an dem das Geld eingezahlt sein sollte. Natürlich, wie sollte es anders sein, war zu diesem Zeitpunkt erst etwa die Hälfte eingetroffen. Das letzte Geld erhielt ich etwa eine Woche vor der Abreise. Martina hatte den Einzahlungsschein verloren. Im übrigen hatte ich noch nie so viel Geld auf einem meiner Konten. Ich überlegte mir, ob ich nicht auf die Bahamas auswandern sollte. Mit dem Geld natürlich.

Doch, als ob es auf dieser Welt nicht schon genug Probleme gäbe, es entstand noch eines. Drei der Schüler unserer Klasse, hatten das Glück, im Sommer das Gefühl des Fliegens kennenzulernen. Sie waren nicht mehr Mitglieder unserer ehrenwerten Gesellschaft. Natürlich lag ihnen viel daran trotz dem nach Kreta mitzukommen. Doch unser werter Herr Rektor hatte wohl etwas dagegen. Die drei dürfen nicht mitkommen, hiess es. Sie sollten langsam den Kontakt zur alten Klasse abbrechen, um sich besser in die neue Klasse integrieren zu können. Nach wochenlangen Verhandlungen mit Schulleitung, Lehrern und Schulinspektion (Gerüchten zufolge soll sogar ein Brief an den zuständigen Regierungsrat geschrieben worden sein) kam dann endlich die Erlösung. Die Drei durften mitkommen. Doch wir sollten uns die Reise wohl zuerst verdienen, denn jetzt wollte einer der Dreien nicht mehr mitkommen. Er habe schon längst etwas anderes gebucht.

Ein weiteres Mal wurde nach Lörrach telefoniert. Frau Socher wurde langsam zu einer guten Bekannten und unsere Telefonkosten waren bald höher als der Reisepreis. Mit ihr machten wir aus, dass Ralfs Geld zusammen mit dem Gruppenrabatt, den wir nach der Reise noch ausbezahlt bekommen sollten, zurückbezahlt würde. Nachdem einige Reisepreise noch einmal umtaxiert wurden - durch die Abmeldung ging die Zimmerbelegung nicht mehr auf - sollten eigentlich alle Probleme gelöst sein. Bis auf die Lateinprüfung am letzten Tag vor den Ferien.

Hurra! Der Tag der Abreise. Der Beweis für unser Organisationstalent sollte sich an diesem Tag in Form eines Flugzeuges zeigen. Das Glück hatte sich uns scheinbar wieder zugewendet, den kein Mensch kam zu spät. Sogar die Lehrer kamen pünktlich,... beinahe.
Noch ein letzter kleiner Schock vor der verdienten Erholung. Lehrer Schenker (Zitate aus dem Schulalltag: „Weg von der Frau zum reinen Geist“, „Was soll’s, das Leben ist so oder so tödlich.“) fand seine Bording Card nicht. Nach mehreren Schweissausbrüchen seinerseits und unseren Bemühungen die nächste Reisebürovertretung zu finden, war die Spannung auf dem Höchstpunkt. Eine Stunde später sassen alle, auch Schenker, der nach einer Viertelstunde seinen topsicheren Aufbewahrungsort wieder gefunden hatte, im Flugzeug nach Kreta.
Totales Glücksgefühl!

Nun begannen die schönen Seiten des Lebens. Um all das zu erzählen, was wir in Griechenland erlebt haben und was für Schönheiten dieses Land bietet, wäre wahrscheinlich ein weiterer Bericht nötig. Einige Dinge möchte ich aber dennoch erwähnen.

Kurz nach dem wir uns in unserem Hotel, das noch recht neu war und nebst uns noch mit einer Gruppe Wandervögel belegt war, eingenistet hatten, begannen die typischen Geschichten, die man auch aus den Schullagern kennt.
Mädchen A muss mit Mädchen B ein Zimmer teilen. Will aber nicht. Eine Krisensitzung wird abgehalten, bei der beschlossen wird, dass Mädchen A das Zimmer nun mit Mädchen C teilt, obwohl dieses auch nicht will. Am nächsten Tag mieten Mädchen B, C und E zusammen mit den Knaben 1 und 2 ein Auto. Als darauf einige Knaben Motorräder mieten, um die Insel zu erkunden, fühlen sich die Mädchen A, D, E von den anderen verschaukelt und blicken diesen währen den nächsten 5 Tagen nicht mehr in die Augen. Die Knaben, die noch nicht involviert sind, versuchen währenddessen sich soweit aus der Affäre raus zu halten, dass sie weder von der BCE- noch von der ADE- Fraktion als Verräter betrachtet werden. Eine schwierige Zeit bricht an...

Aber die Ferien auf der Götterinsel boten auch angenehme Seiten. Während den ganzen zwei Wochen bekamen wir das schönste Wetter geboten,... bis auf wenige Regentage. Mit dem Linienbus, der auf Kreta recht günstig ist, bereisten wir die Nordküste Kretas. Gebadet wurde auch viel und sogar die Kultur wurde von uns beachtet. So besichtigten wir zwei Ausgrabungsstätten. Unser Lateinlehrer riet uns vor der Abreise, den Palast von Knossos nicht zu besichtigen, da dieser wüst restauriert worden sei. Diesen Befehl mussten wir natürlich befolgen.

Auch meine Aufgabe als wandelndes Reisebüro durfte ich einmal wahrnehmen. Nämlich dann, als die Klasse beschloss, sie wolle das vorige Geld aus der Klassenkasse beziehen. Also ging ich mit eine Beige Schecks zur nächsten Post, ich musste dafür in die Hauptstadt Heraklion, und bat die Schalterbeamte, mir Drachmen im Wert von 1000 Franken auszuzahlen. Diese schaute zunächst ein wenig komisch, fragte dann ihren Chef, ob es möglich sei mit mehr als einem Schecks Geld zu beziehen und drückte mir schlussendlich einen dicken Bündel Noten in die Hand. Noten mit einem höheren Wert als umgerechnet 25 Franken werden in Griechenland nämlich selten verwendet.

Wie in vielen südlichen Ländern kann man auch in Griechenland sehr schnell Leute kennenlernen. Erst recht, wenn man die geläufigsten griechischen Redewendungen wie Kalimera (Guten Tag), Kalinichta (Gute Nacht)  oder Efcharisto (Danke) beherrscht. Nur vor den Busskondukteuren muss man sich in Acht nehmen. Einmal stoppten wir den Bus eine Station zu früh. Der Billetteur war darüber so verärgert, dass er bei der nächsten Station (bei der wir ihn eigentlich verlassen wollten) durchfuhr und wir danach wieder zurückgehen mussten. Überhaupt muss man sich an den griechischen Verkehr zuerst einmal gewöhnen. Alles Gehörte über Italien, Frankreich oder Spanien ist nichts gegen die Sorgfalt, mit der die Griechen die Verkehrsregeln missachten. Eine unbeleuchtete Strasse, die mit 50 km/h beschildert ist wird in der Nacht gerne mit über 100 km/h befahren. Ein Ausflug mit einem griechischen Taxi ist besser als jede Achterbahn,... und erst noch billiger.

Nun sind seit der ersten Planung der Reise beinahe schon drei Jahre vergangen*. Noch immer habe ich eine Dose mit griechischem Kaffee (dem besten auf der ganzen Welt) in der Küche und Sven schwärmte eben von einem Tee, den er mit griechischem Diktamus (ein Kraut, das auf Kreta wächst und gegen jedes Wehwehchen nützlich sein soll) zubereitete.
Etwas Kultur haben wir eben doch kennengelernt, auch wenn sie vor allem mit Essen und Trinken zu tun hat.

Ija sou! (Frei übersetzt: Tschau zämme!)

*dieser Artikel wurde 1999 geschrieben.
 

Noch ein paar Reisetips für Kreta
Was gibt es zu sehen auf Kreta? Sicher mehr als Strände. Denn die Strände sind kein Grund um nach Kreta zu fahren, sind sie doch fast alle Kiesstrände, oder zumindest aufgeschüttete Sandstrände. Aber auch dann steht man schnell einmal auf den Steinen.
Nein, sehenswert an Kreta ist eher die Landschaft. Die Hochebenen (zB. Lasithi) mit ihren Olivenölplantagen geben ein ganz besonderes Bild ab. Und wenn dann noch ein paar alte Windmühlen neben den kleinen weissen Häusern stehen, schlägt das Herz eines bekennenden Fotofetischisten höher. Aber auch die Städte Kretas bieten sehenswertes. Heraklion ist zwar laut und dreckig, aber da in Griechenland eigentlich alle grösseren Städte so sind, gehört auch dieser Besuch zur Standardbildung eines Touristen. Ein ganz anderes Bild gibt zum Beispiel Rethimnon ab. Diese Stadt war sehr lange noch von Türken besetzt. Die arabischen Häuser und ehemaligen Moscheen stehen auch heute noch. Das alte Fort von Rethimnon liegt auf einem Hügel und bietet eine schöne Aussicht auf die Stadt mit ihren Kirchen und Minaretten. Eine schöne kleinere Stadt ist Agios Nikolaos im Osten der Insel. Ihr Hafen ist wie ein kleiner See in der Stadt eingeschlossen. Rund herum hat es Restaurants, die allerdings etwas teurer sind als normal.

 Was gehört zur Reisevorbereitung? Lerne schon einmal ein paar griechische Buchstaben. Sofern dein PC die nötige Schrift geladen hat, kannst du dir hier einen kleinen Vorgeschmack bilden.
Kalimera! Dies musste gricisc gescriben sein
Auch ein paar Worte griechisch öffnen dir jedes einheimische Herz, um es etwas geschwollen zu sagen. Wenn du einen Griechen mit Kalimera berüsst oder ihn mit Ia sas verabschiedest, wird er dir vermutlich schnell einmal das weniger förmliche Ia sou anbieten, oder mit dir, einem Raki und einem Ia mas! anstossen.
Ein kleines freundliches Hotel für Badeferien ist das Hotel Hara Ilios Village in Gouves Pediados an der Nordküste, nicht weit von Heraklion entfernt. Wenn ich mich nicht täusche, ist es bei Neckermann Reisen im Katalog. A propos Neckermann: Auch für Schweizer lohnt es sich einmal über die Grende zu fahren und dort zu buchen. Wir haben so für unsere Maturreise viel Geld gespart