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Wales
Wieso nach Wales fahren? Was gibt
es dort? Eigentlich nichts besonderes, könnte man im ersten
Atemzug sagen. Wenn ich aber etwas weiter nachdenke, kommen mir
einige Dinge in den Sinn, die in Wales einen Besuch wert sind.
Die
Waliser sind ein gemütliches Volk im Vereinigten Königreich
der Britischen Queen. Auch sie sehen sich, wie die Schotten, als
unterdrückte Minderheit im englisch dominierten Königreich,
doch nehmen sie es viel gelassener. Dadurch, dass viele Waliser
auf dem Land und in den kleinen Bergen leben, interessieren sie
sich weder für englische noch für internationale Politik.
Vielleicht hat auch deshalb die keltische Sprache, das walisische
(Bild), nirgens so gut überlebt wie in Wales. Noch immer sind
dort fast alle Schilder auf englisch und keltisch beschriftet. Gerade
wegen dieser eigenartigen Sprache sollten Sie sich gar nicht erst
bemühe, Ortsnamen richtig auszusprechen, sie werden es kaum
schaffen.

Ein idealer Auganspunkt in Wales
ist einer der Badeorte an der Nordküste, zB. Rhyl. Erwarten
sie nicht all zu viel von diesen Orten, die meisten sind auf englische
Touristen ausgerichtet...
Eine Attraktion
in Wales sind sicher die lahlreichen "little trains", Schmalspurdampfbahnen,
die in die Nationalparks in den Snowdon Mountains hineinfahren.
Die Ffestiniog Railway fäht zum Beispiel von Blaenau Ffestiniog
nach Porthmadog. Die Fahrt in eine Richtung kostet ca 6 Pfund. Von
Blaenau Ffestiniog fahren sie in den Snowdonia National Park und
können dort auch einen Zug überspringen, so dass Sie in
dieser schönen Region einen kleinen (oder grossen) Spaziergang
machen können. Die Gegend dort ist etwa so, wie man sich Wales
normalerweise vorstellt: Schafe, Schafe, Steinmauern und Grün.

Ein zweites Gebiet
in Wales, das den Naturschutz gross schreibt, ist der Landzipfel
ganz im Nordwesten des Landes bei Holyhead. In diesem Vogelschutzgebiet
lassen sich (mit Glück) seltene Tiere beobachten. Auch wenn
sich diese gerade mal wieder verstecken, gibt einem die Verkäuferin
in einem kleinen Kiosk bei einer Tasse Tee gerne Auskunft darüber,
was man denn sehen könnte. Einen Aufstieg auf den Holyhead
Mountain (in Wales heisst jeder Hügel "Mountain") lohnt sich
aber auf jeden Fall. Vom ca. 1500 Fuss hohen Gipfel hat man eine
schöne Aussicht, allerdings sollte man eine Windjacke dabei
haben, da es immer stark windet.
Zwar
nicht mehr in Wales, aber nicht weit davon weg ist Chester, eine
Mittelalterliche Stadt, die man unbedingt besuchen sollte, wenn
man in der Nähe ist. Die ganze Altstadt ist mit ihren Riegelhäusern
komplett erhalten. Die Stadtmauer führt noch fast um den ganzen
Kern von Chester, und die Arkaden im ersten Stock vor den Geschäftern
ist eine bekannte Sehenswürdigkeit. In Chester kann man sich
gut vorstellen, wie England zur Zeit von Robin Hood ausgesehen haben
mag.
Allgemein kann gesagt werden, dass
Wales vor allem wegen seiner Natur und seiner gelassenen Ursprünglichkeit
sehenswert ist. Nicht nur schon vom Wort her liegt der Vergleich
von Wales in Grossbritannien mit dem Wallis der Schweiz nahe. Die
Waliser leben für sich, reden für sich (auf dass sie niemand
sonst verstehe) und seit 1997 haben sie wie Schottland auch ein
eigenes Parlament, das ihnen mehr Souveränität gibt. Im
Gegensatz zu den schottischen Kelten im Norden haben die Waliser
nie gross für diese Rechte gekämpft. Während dem
Wahlkampf zum Grossen Referendum im Jahr 1997 gab es in Schottland
kaum eine Strassenecke, an der nicht ein Plakat hing, auf dem entweder
"Yes, Yes" oder "No, No" stand. In Wales bekam man von dieser Abstimmung
kaum etwas mit.
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die Küste bei Holyhead, von wo aus eine
wichtige Fährenverbindung nach Irland geht.
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Ein Frucht- und Gemüsehändler in Banghor. Das
linke Namensschild auf walisisch, das rechte auf englisch,
wie fast überall in Wales. |
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