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Buchtipp: Verführung zum Film

Ein Buch über ein ganz spezielles Kapitel im Film-Marketing: die Geschichte des Trailers der letzten gut hundert Jahre.

 

Trailer laufen in den Kinos, bevor der Hauptfilm beginnt, und weise auf demnächst erscheinende Filme hin. Sie dauern meistens zwischen einer und drei Minuten und sind in der Regel ein Zusammenschnitt der besten Szenen eines Filmes. Die Absicht ist klar: Der Betrachter soll sich den Fim anschauen gehen.
Dabei ist es interessant, den Werdegang der Trailer zu beobachten. Es gibt sie schon solange, wie es Filme gibt. Zumindest in Amerika. Schon zu Stummfilmzeiten wurden Auschnitte von bald anlaufenden Streifen gezeigt, welche damals von einem Sprecher kommentiert wurden. Eine besondere Bedeutung hatten die Vorschauen, bei den anfangs des letzten Jahrhunderts üblichen Fortsetzungsfilmen. Ähnlich wie die heutugen Soap Operas am Fernsehen, gab es damals im Kino Serien mit einer kontinuierlichen Handlung. Slebstverständlich hörten diese Folgen jeweils mit einer unbeantworteten Frage auf. Die Vorschau auf die nächste Folge war somit eigentlich gar nicht mehr so wichtig.

Mit den Zeiten lassen sich verschiedene Tendenzen der Filmgestaltung auch in den Trailern beobachten. Das Aufkommen und Verschwinden von Trickblenden, Texteinblendungen, Erzählern oder die Schnittgeschwindigkeit gehören dazu. Auch später aufkommende Kommunikationsmittel wie die Fernsehwerbung oder die "Making Of"-Filme beeinflussten die Gestaltung des Trailers.

Das Buch beschreibt einerseits verwendete Stilmittel, andererseits beschreibt es auch grundlegende Veränderungen. Es teilt die Trailer in drei verschiedene Klassen ein und berschreibt, wie sich diese Aufteilng mit der Zeit verändert hat. Sehr interessant - vor allem wenn Sie sich auch für die betriebswirtschaftlichen Hintergründe des Film-Business interessieren - sind aber auch zahlreiche Erläuterngen zum Studiosystem, den Vertriebsstrukturen und anderen Umfeldvariablen. Denn "Verführung zum Film" erklärt nicht nur, wie in den verschiedenen Jahrzehnten für den Kinobesuch geworben wurde, sondern es versucht auch zu erklären, wieso Veränderungen eingetreten sind und wodurch diese beeinflust wurden.

Als "Bonus-Track" enthält das Buch eine CD, auf der verschiedene im Buch behandelte Filmtrailer - darunter auch sehr alte - enthalten sind. So können etwa die Trailer zu Casablanca oder dem Weissen Hai auf dem PC wiedergegeben werden.

Hediger Vinzenz (2001):
Verführung zum Film - Der amerikanische Kinotrailer,
Verlag Schüren, Marburg D