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Logbuch
18.3.2007. Sonntagmorgen, nach sechs Stunden Schlaf. Telefon an den Dienstreporter:
"Du ich glaub da in Oberwil ist was passiert. Vielleicht ist der Pferdeschänder wieder unterweges. Klär das mal ab. Ich schick dir ein mail."
Darin schreibt ein weiterer Kollege: "
Heute Morgen - ich habe Dienst und bin wegen der Formel 1 etwas früher aufgestanden - habe ich ein Pony eigenartig wiehern hören. Von Weitem ist mir aufgefallen, dass das Tier am Hintern rötlich gefärbt war.
Vor wenigen Minuten - ich kam gerade aus der Dusche und konnte mich deswegen nicht auf die Strasse begeben und mich nach dem Sachverhalt erkundigen - fuhr ein Tiertransporter vor und holte das eine (nur das eine ) Pony ab. Mir ist aufgefallen, dass dieses Tier am Po eine erhebliche, rote Wunde aufwies."
Der Reporter greift zum Telefon und ruft den Ponybesitzer an. Ergebnis der Recherche: Das Tie ist trächtig und das Blut stand im Zusammenhang dazu. Es habe den "Darm ausgestossen", was auch immer das bedeutet.
Reaktion des Kollegen auf der baz: "Gut. Schlagzeile 'Pony trächtig' ist vielleicht doch nicht so der Heuler. Schönen Sonntag noch..."
16.3.2007. Da freut sich das Herz des Mac-Hassers. UNtermieter Jan hat sich ein - zugegeben sehr schönes - MacBook gekauft. Die Folge: Es kooperiert nicht mit seinem HP-Drucker. Profiteurin davon war meine Freundin, die den Drucker für wenig Geld übernahm. Und HP, die vermutlich einen neuen Drucker verkaufen kann...
22.1.2005. Wau. So lange kein Eintrag mehr im Logbuch? So langsam
hab ich den Überblick über meine Ecuador-Fotos. Mehr als zweitausend
Mal hats Klick gemacht auf der Reise. Zum Glück hatte ich meine
digitale Kamera (Pentax *istD) dabei. Ansonsten wären die vielen
Bilder teuer geworden. Nur: analoge Fotos sind schnell aussortiert.
Digitale weniger. Denn auf der Festplatte lässt sich das Chaos
so schön verstecken...
26.8.2003. Ist es nicht toll,
zum Zähne putzen auf den Balkon zu gehen, den Blick über
halb Basel zu haben und gleichzeitig die Sterne über sich funkeln
zu sehen?
War nur mal so eine philosophische Attacke. Sorry.
19.4.2003. Am Donnerstag trennte
ich mich von meiner Identitätskarte. Von meinem Fahrausweis und
von meinem Presseausweis. Von 60 Franken und 100 Euro. Von meinen
Manor- und Spengler-Kundenkarten und von meiner Visa. Nicht ganz
freiwillig, man hat mir dabei geholfen. Und das - liebenswürdiger
Weise - sogar ohne dass ich bitten musste. Inzwischen ist der Polizeirapport
geschrieben und die Karten sind gesperrt (dem neuen Besitzer bleibt
das Bargeld, das lässt sich leider noch nicht sperren).
Und meine Moviecard.
Sie ist eigentlich das einzige, das ich vermisse. Die Cash-Karte
mit dem E.T.-Motiv begleitete mich zu den meisten Kinobesuchen.
Seit Jahren. Mit ihr War ich in den James-Bond-Abenteuern und in
den Meg-Ryan-Schnulzen. Die Moviecard kannte also mein innerstes
Ich. Nun ist sie weg. Und ich bin wieder allein, allein.
Nun ja. So tragisch ist es auch wieder nicht. Eine neue Karte lässt
sich wieder beschaffen. Mit ein wenig Glück sogar auf Kosten der
Verischerung. Aber es wie nie mehr die gleiche Karte sein. Adieu.
Möge dein neuer Beistzer Freude an dir haben!
26.1.2003. Und wenn dir der Blue
Screen abstürzt? Doch von Anfang an. Seit ich mit Macs arbeiten
muss - einige Kollegen mussten die Klagen schon über sich ergehen
lassen - bin ich
ja schon fast zum Microsoft-Jünger geworden. Jünger im
Sinn von leidenschaftlichem Anhängertum. Denn obwohl Apple
behauptet, wer einmal an einem Mac gearbeitet habe, wolle nie mehr
zur Windose zurück kehren, wünsche ich mir im Moment nichts
sehnlicher, als dass die BaZ auf Windows umstellen würde. Oder
meinetwegen sogar auf DOS.
Nun, so sehr ich Mac zu hassen begonnen habe, Microsoft hat alles
dafür getan, dass ich gleichzeitig nicht auch zum Gates-Fan
werde. Mein PC zu hause hängt sich fast so oft auf, wie mein
IMac auf der Redaktion. Und heute, ja heute habe ich zum ersten
Mal erlebt, dass auch ein Blue Screen - die netten Absturzbotschaften
in weiss auf blau -, ja, dass auch ein Blue Screen abstürzen
kann. NUR noch blau habe ich zuvor noch nie gesehen. Aber wie Doc
Kaisi immer sagt: Ein Boot tut gut. Und nach zwei (!) Boots lief
dann auch wieder alles wie immer. Vielleicht sollte ich mal Linux
ausprobieren...
28.12.2002. Die Mexiko-Section
macht mich noch wahnsinnig. Einige Bilder werden angezeigt, andere
nicht. Und ich habe keinen blassen Schimmer an was es liegt. Die
Quellcodes sind so gut wie identisch. Verbesserungsvorschläge
dürfen gerne an mich geschickt werden (mail).
Nebenbei erwähnt, ich hab mir einen grausigen Schnupfen geholt.
Wäre ich doch noch in Mexiko...
1.12.2002:
Vorletzte Woche war ich in Rumänien unterwegs. Das Seco (du weisst
schon: Staatsekretariatfürwirtschaft) hat dort zusammen mit den
Rumänen Fernwärme-Anlagen revidiert. In Pascani ("Paschkan") und
Bacau wurde für etwa 1000 Wohnungen neue Anlagen gebaut. Neuste
Schweizer Technik (das Geld, das die Schweiz ausgab, floss wieder
in die Schweiz zurück). Das war ganz interessant, auch wegen des
Landes. Wir flogen zunächst nach Bukarest, wo wir - vis-à-vis von
Ceausescus Palast - ein Interview mit dem Umweltminister hatten.
Der war recht umgänglich, konnte deutsch und antwortete locker und
spontan auf unsre Fragen. Danach waren wir bei einem Staatssekretär.
Der war zwar in der Hierarchie weiter unten, aber ein typischer
Ostblock-Beamte, wie man sich's vorstellt. Langer Tisch. Wir fünf
auf der einen Seite. Er mit seinen Beratern und Dolmetscherin auf
der anderen Seite. Und am Ende des Raumes eine Spiegelwand, hinter
der wohl der Geheimdienst mitschrieb. Bukarest wäre eigentlich eine
schöne Stadt mit irrsinnig vielen alten Häusern. Es gibt da enorm
viele Villen vom Ende des 19. Jahrhunderts. Auch die Zwanzigerjahre
haben ihre Zeichen hinterassen ("Bauhaus-Architektur", wie ich belehrt
wurde). Schade ist nur, dass die Rumänen kein Geld haben, das alles
zu renovieren. Aber die brauchens jetzt dringender für anderes.
Der durchschnittliche Rumäne verdient übrigens etwa 150 Franken
im Monat. Gut einen Drittel davon gibt er dann für die Wohnnebenkosten
aus. Es bleibt nicht gerade viel übrig.
27.10.2002: Neue Wohnung bezogen
und seit drei Wochen bewohnt. Ich habe zwar noch keinen Kleiderschrank,
dafür aber ein paar Schachteln und ein Bücherregal mit freien Tablaren.
Also kein Problem.
Das Sofa von Ikea ist inzwischen auch aufgebaut, die Elektronik
verbraucht wie immer Strom und die Kaffeemaschine faucht jeden morgen.
Die ersten zwei Monaten auf der Zeitung sind inzwischen auch verstrichen
und ich bin so langsam heimisch geworden am Aeschenplatz (das bedeutet:
Das Puff, das dort auf meinem Tisch herrscht, nähert sich so langsam
dem Ausnahmezustand, der normalerweise auch bei mir zu Hause herrscht
und der nun auch in der neuen Wohnung so langsam wieder Form annimmt).
Ich habe gelernt, dass Journalisten von PR-Leuten grundsätzlich
als so etwas wie deren Sprachrohr angeschaut werden und sie - wenn
es um Details geht - schärfer verhandeln als Markthändler in Tunesien.
Auch durfte ich lernen, dass der Platz, der einem für einen Bericht
zur Verfügung gestellt wird, grundsätzlich immer zu klein ist, um
all das unterzubringen, was man gerne möchte. Auch wenn's zunächst
aussieht, als ob man die Zeilen nie voll bekommt (ein durchschnittlicher
Bericht hat übrigens um die 100 Zeilen à 38 Anschläge). Für jemand,
der selbst seine Lizentiatsarbeit um 30 Seiten kürzen (!) musste,
ist das nicht einfach...
12.8.2002: Das ist Herr
Heim, er ist unser neuer Lehrling". Das hiess es heute ein
paar mal, denn ich begann eine neue Ausbildung. Ja, schon wieder
eine. Nachdem ich die Schule gemacht habe, an der Uni mich zum Lizentiatus
rerum politicarum ausbilden liess, auf der Bank Kassier wurde und
nebenbei noch ein wenig Webdesign gelernt habe, werde ich nun auch
noch Journalist. Und dabei bin ich doch noch nie gerne in die Schule
gegangen.
Zeitungen sind etwas Grauenhaftes. Sie arbeiten mit Macintosh (ausser
der "Finanz & Wirtschaft", komischerweise). Nicht,
dass ich etwas gegen den Mac hätte, auch ich hasse Bill Gates,
aber damit arbeiten? Ich bin mir meine Alt-Tab's und Ctrl-Alt-Del's
doch so gewohnt. Und nun plötzlich ein Computersystem, das
die Task-Bar (oder so was ähnliches) oben hat und bei dem man
immer etwa 200 offene Fenster auf dem Bildschirm hat (eigentlich
müsste der Mac ja Windows heissen. Aus mehreren Gründen).
Schlussendlich habe ich heute aber bei einer Zeitung - und nicht
bei Apple - angefangen, und daher auch noch ein paar Worte dazu.
Als einer von wenigen Schweizern habe ich heute erfahren, dass die
Arbeitslosigkeit in Polen gut 17% beträgt (DPA-Meldung, ca.
halb zwölf). Vermutlich bin ich auch morgen noch der einzige,
der das weiss, denn diese Nachricht habe ich gestrichen. Jawohl,
heute war ich die vierte Macht im Staat. Oder zumindest ein mächtiger
Lehrling.
7.8.2002: Habe soeben das Logbuch
eröffnet. Die Seite ist zwar noch nicht online, aber das heisst
ja nicht, dass man sie nicht dennoch schon ein wenig füllen
könnte.
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