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Viren und Hoaxes - was ist was?

Immer wieder bekommen wir mails von guten Freunden, die oft mit dem Satz "Please, send this information to every person in your address book." beziehungsweise seinem deutschen Pendant beginnen. Es folgt eine Mitteilung über einen gefährlichen Virus, den man nicht unterschätzen solle.

Solche Warnungen können unglaublich praktisch sein, denn viele Viren werden tatsächlich nicht vom Antivirus-Programm erkannt, weil sie dafür zu neu sind. Dass sie unglaubliches anrichten können, wissen wir spätestens seit dem berühmten "I love you"-mail, das dazu geführt hat, dass Netzwerke rund um die Welt flachgelegen sind, und Warnungen per Handzettel verteilt werden mussten.

Aber längst nicht jede Warnung ist eine gut gemeinte Dienstleistung.
Genau so wie es Menschen gibt, die einen Virus programmieren, um in den Genuss weltheiter Bekanntheit zu kommen, gibt es Menschen, die dasselbe mit solchen Virenwarnungen anstreben. Unter dem Vorwand, die Meldung komme von Microsoft oder Compac, versuchen sie das ganze glaubwürdig darzustellen. Und damit die Warnung wirklich wirksam sei, müsse man sie "an alle Leute weiterschicken, die man kennt". Solche "Hoax" genannten Verarschungen sind ersten Nervig und verstopfen zweitens die Leitungen und Speicher des Internets. Hochgerechnet auf die ganze Welt verursachen sie Milliarden an kosten und sind deshalb genau so schädlich wie echte Viren, einmal abgesehen davon, dass sie keine Daten zerstören. Oftmals besteht der Hauptschaden eines Virus' nämlich nicht darin, dass er Daten zerstört, sondern dass er sich, ohne dass man es merkt, an alle Adressen eines Adressbuches weiterschickt, und somit die Datenleitungen blockiert.

Wie erkennt man einen Hoax?
Oft werden in diesen mails Firmen wie Compac oder Microsoft zitiert. Dies ist aber höchst unwahrscheinlich, weil diese Unternehmen selber gar nicht im "Antiviren-Business" geschäftig sind. Auch wenn ein mail penetrant dazu rät, das mail an alle weiterzuleiten, deren Adresse man irgendwo auftreiben kann, handelt es sich vermutlich um einen Hoax.
Definitiv auch in die Kategorien der Hoaxes gehören Meldungen wie diese:
- Wenn Sie dieses mail weiterleiten, bezahlt Microsoft für jedes mail 1$ an ein Kinderhilfswerk.
- Sämtliche Kategorien von Kettenbriefe ("Wenn Sie das mail nicht an 100 Leute weiterleiten, bricht Unglück über sie")
- Überhaupt alles, was irgendwie mit Microsoft zu tun hat. Diese Firma kreiert weder Viren noch irgend etwas dagegen. Sie produziert nur mittelmässige Programme, was sie etwas verhasst macht...

Wie erkenn ich ihn und was mach ich bei einem Virus?
Habt also erbarmen mit euren Freunden und schickt ihnen nur Virenmeldungen weiter, die ihr wirklich für echt haltet. Viren könnt ihr übrigens ganz einfach verhindern. Öffnet NIE eine Datei, die auf *.doc, *.vbs oder *.exe endet, ohne dass ihr die mit einem aktuellen Virenschutz überprüft habt oder ganz sicher seid, dass sie "sauber" ist. Damit ihr die Endungen erkennen könnt, muss Windows so eingestellt sein, dass es die Dateiendungen anzeigt. Einstellen könnt ihr das, indem ihr bei einem Explorer-Fenster auf "Ansicht" / "Ordneroptionen" klickt, und dort unter "Ansicht" das Häkchen bei "Dateinamenerweiterungen..." entfernt.

Bisher sind noch keine Viren bekannt, die nur durch das Lesen eines Emails aktiviert wurden. Ist also an einem mail eine verdächtige Datei angehängt, keine Panik bekommen und einfach löschen!
Solltest du dennoch einmal aus versehen oder aus Unvorsicht einen Virus aktiviert haben, gilt dasselbe: Nicht die Panik bekommen. Suche im Internet unter dem Namen des Attachments nach Hilfen, was bei einem Virenbefall zu tun ist. Du findest Hilfe entweder auf den Seiten bekannter Antiviren-Profis (www.kaspersky.com, www.virus.at, www.norton.com, www.mcaffee.com) oder einfach via Suchmaschine (Attachement-Name als Suchbegriff eingeben). Versuche auch, den Virus mit dem Antiviren-Programm zu beseitigen und gehe vorerst nicht mehr online, damit sich der Virus nicht mehr verbreiten kann.