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Do's und Don't's im Internet (Webmaster
Netiquette)
(aus einer Seminararbeit von Michael Heim)
Ein paar Vorworte
Auch wenn das Internet grundsätzlich Plattform der unbegrenzten
Möglichkeiten ist, so werden diese Möglichkeiten dennoch durch ein
paar regeln eingeschränkt. Zu diesen Regeln zähle ich ausdrücklich
nicht die Gesetze, denn erstens ist das Internet international,
was es sehr schwierig macht, Gesetze überhaupt durchzusetzen. Meist
trifft das nämlich die falschen.
Das Internet entstand in einer eingeschworenen Gemeinde von Forschern
(wenn auch durchs Militär initiiert). Diese universitäre Rahmen
und das Wissen, das vorausgesetzt wurde, führte dazu, dass sich
zu Beginn nur wenige Leute im Internet tummelten. Damals war noch
nicht viel möglich (niedrige Übertragungsraten, eine einfache Form
von HTML). Dies führte zu einer sehr puritanischen Gestaltung der
Websites. Es galt die Regel "Inhalt vor Form" (man beachte den universitären
Background). Es sollten so wenige Gestaltungseingriffe genommen
werden, wie nur nötig. Internetseiten sollten flexibel sein, sich
also verschiedenen Bildschirmauflösungen anpassen, und allgemein
für möglichst viele Leute erreichbar sein. Diese Grundsätze vertritt
das WWW-Konsortium noch heute.
IIn letzter Zeit wurden aber viele Technologien populär, die diesen
Grundsätzen widersprechen. Plugins wie die Flash-Animationen haben
eigentlich nichts mehr mit HTML zu tun und stellen gewisse Anforderungen
an den Browser (und den Rechner) des Besuchers einer Website. Viele
Websites (wie diese) sind heute starr konstruiert. Das hat den Vorteil,
dass das Seitenlayout immer gleich aussieht. Benachteiligt sind
User mit exotischen Bildschirmauflösungen (besonders kleine wie
600x800 oder besonders grosse Auflösungen). Bei ihnen befindet sich
entweder ein Teil der Website ausserhalb des Bildschirms oder (bei
grosser Auflösung) der Browser zeigt grosse weisse Flächen. Einen
Strich durch die Rechnung macht hier allerdings der neue Browser
von Netscape. Verwendete bisher eine Website starre Schriftgrössen
(zB font size = "10px"), so konnte der User die Anzeige der Schrift
nicht variieren. Im neuen Netscape kann er das wieder, sehr zur
Unmut der Webdesigner.
Geltende Regeln
Auch wenn sich gewisse Dinge mit der Zeit geändert haben, so gibt
es immer noch gewisse Regeln, die beim Gestalten von Websites zu
beachten sind:
- Optimiere eine Website nie zu sehr auf einen Browser, ein Betriebssystem
oder eine Bildschirmauflösung. Du schliesst alle anderen User
aus.
- Meide Pop-Up's so gut es geht. Aufspringende Fenster beinhalten
meistens Werbung und werden daher von den meisten Usern zwar als
Ärgernis wahrgenommen aber immer recht schnell wieder geschlossen
(ohne den Inhalt zu beachten). Wenn schon Pop-Up, dann sicher
ohne Grafiken (Grafiken verstärken den "Werbungs-Reflex").
- Grafik-Tags (<img src="">) sollten immer einen
Beschreibungstext enthalten. Sie können so auch von blinden Usern
ausgewertet werden. Ausserdem unterstützt dies die Indexierung
der Websites durch Suchmaschinen.
- Halte dich ans Motto "Inhalt vor Form". Die schönste Website
ist nutzlos, wenn sie keinen Inhalt vermittelt.
- Halte dich an die Regeln der Usability (siehe unten)
Usablility
Mit Usability meint man die Nützlichkeit einer Website . Seitdem
die Grafiker das Internet entdeckt haben, gibt es zwar viele bunte
Bilder und "Wusch-Effekte", gewisse Seiten glänzen aber durch Nutzlosigkeit.
Ich kann mich an ein wunderschönes Flash-Plugin bei einem grossen
Medien-Markt erinnern, dem einfach der Inhalt fehlte. Auch wenn
wir heute sehr viel schnellere Übertragungsraten und bessere Browser
haben als früher, so sind die User immer noch sehr ungeduldig, wenn
sie sich nicht gleich zurechtfinden. Es gibt Statistiken, die ausgerechnet
haben, wie schnell es geht, bis der durchschnittliche User auf den
"Back-Button klickt. Die Zahlen waren dramatisch...
es gibt ein paar Tatsachen oder Regeln, die helfen, die Usability
deiner Website zu erhöhen.
- Halte dich an optische Gewohnheiten. Wenn du Klappmenüs implementierst,
finden sich die User beispielsweise besser zurecht, wenn diese
Menüs ähnlich aufgebaut sind, wie die klassischen Windows- oder
Mac-Menüs. Viele Websites tendieren daher heute auch zu horizontalen
Navigationsleisten. Vertikale Navigationsleisten sollten sich
auf jeden Fall am linken Bildschirmrand befinden (und nicht rechts).
- Beachte die Anzahl Klicks, die ein User machen muss, bis er
etwas Gesuchtes gefunden hat. Je komplizierter die Website-Architektur,
desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein User abspringt,
bevor der das Gesuchte gefunden hat. Bei kommerziellen Seiten
gehört daher eine Suchfunktion und/oder eine Sitemap zur Standardausrüstung.
- Gehe vom Grundsatz aus: User sind faul und dumm. Das kann
nie schaden.
Dennoch: Auch die Usability sollte dich nicht zum Sklaven machen.
Wenn du einen kreativen Einfall hast, überlege dir einfach
das, was sich jeder Marketing-Manager überlegt: Spreche ich
meine Zielgruppe an? Vertreibe ich Leute, oder gewinne ich neue
Besucher? Schliesse ich Leute aus? Schlussendlich ist alles eine
Frage der Güterabwegung. Aber es ist gut, sich zuvor Gedanken
gemacht zu haben.
Buchtipp: "Don't make me think"
Von: Krug, Steve
Verlag: circle.com library
Jahr: 2000
ISBN: 0-7897-2310-7
http://www.newriders.com
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